Liebe Leserinnen und Leser,
es wird spannend in der Rüstungsindustrie. Die hat zuletzt namentlich für die Aktie der Rheinmetall einen echten Abschlag und Rückschlag erlitten. Nun dreht sich die Stimmung etwas, so der Eindruck.
Rheinmetall: Ein echter selbst verursachter Rückschlag!
Für die Aktie der Rheinmetall ist es am Freitag zwar etwas aufwärts gegangen. Die Notierungen konnten am Ende 2,1 % gewinnen. Damit hat sich das Bild dennoch kaum verbessert, zumindest was die kurzfristige Entwicklung betrifft.
Die Notierungen haben binnen einer Woche ein Minus in Höhe von 10,41 % hinnehmen müssen. Das Papier ist bei 1604,25 € angekommen und damit immer noch im klaren Abwärtstrend. Der Rücksetzer war jedenfalls auf den ersten Blick relativ überraschend gekommen, weil grundsätzlich die Stimmung in der Politik dafür sprechen sollte, dass die Rüstungsindustrie kräftig wachsen wird. Davon wird und sollte die Aktie der Rheinmetall profitieren. Aktuell jedoch ist die Situation durch ein bestimmtes Ereignis vergleichsweise tatsächlich sehr viel trüber geworden.
Rheinmetall: Ein Pre-Call hat am Mittwoch alles verändert
Die Rheinmetall hat die eigenen Jahresergebnis-Erwartungen in einem Pre-Call mit Analysten am Mittwoch der vergangenen Woche bekannt gegeben. Das ist der Anlass für einen späteren Absturz im Umfang von mehr als bis zu 9 % am Donnerstag gewesen. Denn: Die Düsseldorfer gaben den Umsatz für das Jahr mit 13,6 Mrd. Euro an. Das ist eine ausgesprochen schwache Schätzung in den Augen von Analysten.
Die hatten vorher im Konsens einen Umsatz angegeben, der 12 % höher ausfiele. Dies ist ein kräftiger Abschlag, der sich offensichtlich an den Börsen am kommenden Tag entsprechend in den Aktivitäten niederschlug.
Rheinmetall Aktie Chart
Die Geschichte gibt jedoch noch einen anderen Dreh. Denn nun hat sogar die BaFin hier eine Prüfung angekündigt. Die Entwicklung des Aktienkurses am Donnerstag war tatsächlich auf die Aussagen im Pre-Close-Analysten-Call am Mittwochabend zurückzuführen. Nun haben Insider aus dem Vorstand aber wohl nach dem Kursverlust Aktien gekauft. Dies ist auf der einen Seite angesichts der generellen Erwartungen an die Rüstungsindustrie allgemein und Rheinmetall speziell sicherlich verständlich. Auf der anderen Seite wird die Bafin nun den Verlauf des Calls prüfen, heißt es. Es steht offenbar der Verdacht (routinemäßig) im Raum, die Situation vielleicht herbeigeführt oder ausgenutzt zu haben. Wie beschrieben, spricht von außen derzeit nichts für irgendeine Art der Manipulation, da schlicht Umsatzfakten präsentiert wurden, die sich sicher aus Modellen ergeben.
Aber: Zumindest wird nun wohl ermittelt.
Rheinmetall: An sich kein Problem
Allerdings ist der Umstand immerhin bemerkenswert und wird in den neuen Wochen sicher diskutiert.
Dabei hat die Aktie an sich auch heute noch eine vergleichsweise schwache Position am Markt, die sich auch in den Kursmustern deutlich zeigt.
Der GD100 ist -8,49 % entfernt und der GD200 als Maßstab für die langfristige Trend-Entwicklung ist um -8 % verfehlt wollen. Dies sind Indikatoren dafür, dass das Papier derzeit wie beschrieben in einem technisch abwärts gerichteten Zustand ist. Das hat zur Folge, dass auch die Euphorie über die Gewinne am Wochenende sicherlich gering ist.
Rheinmetall: Sehr schwache Ergebnisse im laufenden Jahr
Wie schwach die Akte derzeit aufgestellt ist, lässt sich auch am bisherigen Jahresergebnis zeigen. 2,24 % Plus seit 1. Januar sind kein Ausweis eines großen Aufwärtstrends in einer Phase, in der Rüstungsunternehmen an sich massiv gewinnen müssten.
Neue Nachrichten wurden am Wochenende nicht bekannt. Am Freitag noch ist immerhin die Diskussion um den Donnerstag nachgehallt. Am Donnerstag hatte das Unternehmen wie beschrieben 9 % verloren. Damit ist vor der neuen Woche die Unsicherheit noch im Raum.
Im Zwischenergebnis: Die Aktie ist klar im Abwärtstrend und dabei allerdings auch durch eigenes Zutun wegen schwacher Erwartungen für das laufende Jahr noch einmal schwächer geworden. Allerdings scheinen die Aussichten für die künftige Entwicklung deutlich besser zu sein. Analysten sehen hier Kursziele bei durchschnittlich rund 2.175 Euro.
Rheinmetall: Die Aussichten sind deutlich besser
Generell ist die Aktie sicherlich relativ gut aufgestellt, insofern das Unternehmen auch in den kommenden Wochen davon ausgehen darf, dass weitere Aufträge aus der Rüstung-Politik vermittelt werden. Die EU möchte sich aufrüsten und spätestens bis zum Sommer einen entsprechenden Plan vorlegen. Die NATO-Staaten müssen ohnehin ihrem Versprechen nachkommen, die Rüstungs-Bemühungen zu verstärken. Fast täglich kommen neue Nachrichten darüber, dass Rheinmetall Kooperationen abschließt oder Projekte eingeht.
Eine Besonderheit aktuell: Die Gespräche mit OHB, einem Spezialisten für die Konstruktion von Satelliten-Systemen. Die OHB und Rheinmetall könnten von einer neuen Entwicklung in Deutschland profitieren. Deutschland selbst möchte bis zu 35 Mrd. Euro in die Weltraumaufrüstung (dies ist nicht der offizielle Begriff) investieren, also in solche Satellitensysteme bspw. Dies könnte schon der nächste Game-Changer werden.
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