Immerhin: Heute hat die Düsseldorfer Rheinmetall einen kleinen Aufschlag von 2 % geschafft. 982,90 Euro stehen aktuell auf den Kurstafeln. Die Aktie gewinnt damit etwas an Boden. Sie eröffnete bei 948,70 Euro und notiert inzwischen wieder nahe der Marke von 1.000 Euro. Das sind allerdings wahrscheinlich nur Randnotizen. Die Notierung ist derzeit immer noch zu schwach, um auch nur ansatzweise für größere Aufmerksamkeit an den Börsen zu sorgen.
BoFa steht ziemlich allein auf dem Flur
Heute wird intensiv darüber diskutiert, dass die Bank of America das Kursziel für Rheinmetall deutlich gesenkt hat. Zuvor waren 1.770 Euro als Kursziel ausgewiesen worden, inzwischen sind es noch 1.300 Euro. Die Bank of America stützt sich dabei auf Aussagen der NATO, wonach es einen beschleunigten Technologiewandel geben soll. Der Fokus müsse künftig stärker auf Drohnen sowie Präzisionswaffen gelegt werden, hieß es im Umfeld des jüngst beendeten NATO-Gipfels.
Allerdings haben andere Analysten diese neue Schwerpunktsetzung ganz offensichtlich nicht so stark bewertet. Die entscheidende Frage wird sein, wie groß der Einfluss dieser veränderten NATO-Ausrichtung tatsächlich auf die Umsatzentwicklung von Rheinmetall sein wird.
Die moderne Kriegsführung wird künftig sicherlich stärker im Bereich Drohnen stattfinden oder auf Präzisionsschläge setzen. Das zeigt sich nicht nur in theoretischen Überlegungen, sondern auch in der Praxis, beispielsweise im Ukraine-Krieg. Die klassische Artillerie dürfte dadurch vergleichsweise an Bedeutung verlieren.
Auf der anderen Seite bleibt der Rekordauftragsbestand von Rheinmetall ein entscheidender Faktor. Zum Ende des ersten Quartals wurden Aufträge im Umfang von rund 73 Milliarden Euro gemeldet. Das ist nicht nur ein Rekordwert, sondern zugleich ein Volumen, das die Produktion für mehrere Jahre auslasten kann. Insofern ist die Verschiebung der militärischen Schwerpunkte zumindest kurzfristig nicht so brisant, wie es die Einschätzung der Bank of America derzeit vermuten lässt.
Tatsächlich entwickelt sich Rheinmetall selbst ebenfalls Schritt für Schritt in diese Richtung. Das Unternehmen investiert massiv in das Drohnengeschäft. Zudem hat Rheinmetall eine Kooperation mit Space Norway angekündigt. Dabei geht es um die maritime Luftüberwachung. Insofern konzentriert sich Rheinmetall tatsächlich zunehmend auch auf neue Einsatzfelder und moderne Anwendungen.
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Die Einschätzung der Bank of America ist daher durchaus interessant, wird derzeit jedoch von den meisten Analysten nicht geteilt. Selbst die BoFa sieht mit 1.300 Euro ja noch viel Potenzial. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten aber liegt weiterhin bei fast 1.700 Euro.
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