Nach den starken Kursgewinnen von letzter Woche lief es für die Rheinmetall-Aktie in der laufenden Woche bislang weniger gut. Auch am Dienstagmorgen stand der Rüstungs-Titel mit 2,0 % auf rund 1.036 Euro im Minus. Das 7-Tage-Plus verringerte sich damit auf +8 %. Auf 1-Jahres-Sicht steht der Dax-Wert mit -42 % im Minus (Stand: 20.10.2026, 9:15 Uhr).
Derweil gibt es neue Analystenkommentare. Sowohl die Schweizer Großbank UBS als auch das Analysehaus Bernstein Research halten an ihren positiven Einschätzungen fest. Die Begründungen zeigen jedoch, dass Investoren derzeit nicht nur auf volle Auftragsbücher, sondern vor allem auf die langfristige strategische Ausrichtung des Rüstungskonzerns blicken.
Rheinmetall-Aktie: UBS senkt Kursziel, hält aber an Kaufempfehlung fest
Die UBS hat ihr Kursziel für Rheinmetall laut einer am Dienstag weitergegebenen Studie von 1.600 auf 1.360 Euro reduziert, die Einstufung „Buy“ jedoch bestätigt. Die deutliche Zielsenkung könnte ein Grund für den plötzlichen Kursrutsch der Rheinmetall-Aktie am Dienstagmorgen sein.
Analyst Sven Weier erwartet, dass das Management beim Kapitalmarkttag Ende November vorsichtigere Ziele präsentieren dürfte als in der Vergangenheit. Damit könnten überzogene Erwartungen vermieden und spätere Enttäuschungen verhindert werden.
Gleichzeitig sieht die UBS weiterhin erhebliches Potenzial für die Aktie. Entscheidend werde sein, wie offensiv Rheinmetall seine zukünftige Rolle im internationalen Verteidigungsmarkt darstellt und welche Wachstumspläne das Unternehmen präsentiert.
Rheinmetall-Aktie: Bernstein sieht Rückenwind durch neue Beschaffungsstrategien
Noch etwas anders argumentiert Bernstein Research. Analyst Douglas Harned verwies am Montag auf Erkenntnisse von einer wichtigen Tagung der US-Armee. Dort sei deutlich geworden, dass die US-Streitkräfte künftig stärker auf offene Systeme, mehr Wettbewerb und kosteneffiziente Lösungen setzen wollen. Zudem sei der anhaltend hohe Bedarf an Munition und Raketen hervorgehoben worden.
Vor diesem Hintergrund hält Bernstein an der Einstufung „Outperform“ und einem Kursziel von 1.200 Euro fest. Die Analysten sehen Rheinmetall damit weiterhin in einer guten Position, um von steigenden Verteidigungsausgaben zu profitieren.
Beide Analysen senden trotz unterschiedlicher Schwerpunkte ein ähnliches Signal: Rheinmetall bleibt aus Sicht der Experten ein aussichtsreicher Rüstungswert. Während die UBS vor allem auf die strategische Ausrichtung und realistische Unternehmensziele blickt, verweist Bernstein auf die strukturell hohe Nachfrage nach Munition und Waffensystemen. Für Anleger dürfte der Kapitalmarkttag Ende November deshalb zu einem der wichtigsten Termine der kommenden Monate werden.
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