Militärische Eskalationen waren für die Aktie von Rheinmetall in der Vergangenheit ein recht verlässlicher Kurstreiber. Doch im Falle des Irankriegs gerät das Papier immer mehr unter die Räder. Nachdem es im März um rund 15 Prozent in die Tiefe ging, wurde in dieser Woche auch die wichtige Marke bei 1.400 Euro nach unten durchkreuzt. Ohne eine schnelle Gegenbewegung droht eine weitere Verschärfung der Lage.
Worin genau sich die Skepsis der Anteilseigner begründen mag, lässt sich nicht konkret festhalten. Grundsätzlich bleibt es dabei, dass die Auftragsbücher von Rheinmetall prall gefüllt sind und in Europa unter Hochdruck aufgerüstet wird. Dabei könnte die Sperrung der Straße von Hormus allerdings zu Verzögerungen führen.
Risiken bei Rheinmetall
Auch wenn Rheinmetall sich vermutlich in Verträgen gegenüber schwankenden Kosten ein Stück weit abgesichert haben dürfte, so bekommt das Unternehmen steigende Ölpreise dennoch zu spüren. Dazu kommen gestörte Lieferketten, längere Transportwege und höhere Frachtkosten für wichtige Materialien.
Die Produktion könnte deutlich teurer werden und sich zudem verzögern. Je länger der Irankrieg weitergeht und je länger die Straße von Hormus gesperrt bleibt, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich dies in den Bilanzen konkret bemerkbar machen wird. Auch wenn sich über die konkreten Auswirkungen nur mutmaßen lässt, so treibt es die Anteilseigner dennoch sichtlich in die Defensive.
Rheinmetall Aktie Chart
Wachstumsschmerzen
Dazu kommt, dass Rheinmetall für seine Expansion viel Geld in die Hand nimmt. Gerät nun hier und dort etwas ins Stocken, könnte es bei den nächsten Zahlen vielleicht eine herbe Enttäuschung geben. Optimisten erkennen darin lediglich mögliche Wachstumsschmerzen. In der aktuellen Lage vergibt der Markt aber nur wenig und selbst überschaubare Risiken werden gemieden.
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