Rheinmetall-Aktie: Kleine Tränen der Freude!

Rheinmetall verzeichnet deutliche Kursverluste, während Analysten weiterhin hohe Kursziele sehen. Neue Aufträge aus Großbritannien und Einstieg in Drohnenproduktion stützen die positive Langfristperspektive.

Auf einen Blick:
  • Aktie fiel 14,7 Prozent in fünf Tagen
  • Analysten sehen Kurspotenzial von 75 Prozent
  • Großbritannien bestellt Haubitzen für 1,35 Mrd. Dollar
  • Rheinmetall startet Serienproduktion von Kamikazedrohnen

Liebe Leserinnen und Leser,

einen sehr schwachen Verlauf hat in der ablaufenden Woche bis dato die Aktie der Rheinmetall. Die Notierungen sind innerhalb der vergangenen fünf Tage insgesamt um 14,7 % nach unten gelaufen. -24,47 % sind es innerhalb von vier Wochen.

Gestern allerdings konnten sich die Anleger trotz des Feiertags, an dem gehandelt wurde, über einen Aufschlag in Höhe von 2,53 % freuen. 1150 Euro standen am Ende unter dem Strich (je nach Börsenplatz können es etwas mehr oder weniger sein).

Rheinmetall im klaren Abwärtstrend

Dies allerdings entspricht noch sehr klar einem Abwärtstrend, dem sich die Rheinmetall vorerst auch nicht wird entziehen können. Die große Frage für Anleger wird immer sein, ob die Börsen sich hier massiv geirrt haben und möglicherweise enorme Chancen für das Papier bestehen.

Zu bedenken ist, dass Analysten im Mittel ein gewaltiges Kursziel haben verlauten lassen. 1989,48 Euro stehen auf den Zetteln der Analysten für ihre Kursziele, und dies im Durchschnitt. In der Spitze sind die Kurse sogar deutlich höher.

Dies würde auf Basis des aktuellen Kurses einem Aufschlag in Höhe von circa 75 % entsprechen. Damit wäre die Aktie Stand heute sicher massiv unterbewertet. Allerdings gibt es derzeit auch Stimmen, die darauf verweisen, dass einige Analysten ihre zuvor sehr zuversichtlichen Schätzungen etwas reduzieren.

So hat nunmehr die Bernstein ihr eigenes Kursziel gesenkt. Allerdings ist das neue Kursziel mit aktuell 1900 Euro immer noch sehr weit über dem derzeitigen Kurs. Die Warburg Research hat das Papier vor kurzer Zeit sogar noch etwas angehoben. Und dennoch ist das neue Kursziel bei lediglich 1.550 Euro vergleichsweise enttäuschend.

Die jüngsten Kursverluste wurden allerdings vor allem auch deshalb ausgelöst und verstärkt, weil vor allem die JPMorgan sehr massive Abschläge vorgenommen hat. Aus einem Kursziel von mehr als 2100 Euro war ein Kursziel in Höhe von 1500 Euro geworden. Dies hatte für enorme Nervosität am Markt gesorgt.

Der Markt oder die Analysten: Wer hat hier Recht?

Damit erhebt sich die Frage, wer nun insgesamt Recht hat: Analysten mit sehr hohen Kurszielen, Analysten, die sich etwas nach unten korrigieren, oder aber der Markt mit sehr schwachen Kursen auf Höhe der genannten circa 1150 Euro.

Rheinmetall Aktie Chart

An sich sind die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Rheinmetall weiterhin sehr gut. So wurde vor nunmehr zwei Tagen bekannt, dass Großbritannien einen quasi indirekten Auftrag erteilt hat. Das Land werde 1,35 Milliarden Dollar in neue Haubitzen für die British Army investieren, wurde bekannt.

Die Fahrzeuge werden unter dem Namen RCH-155 geführt. Der Vertrag wiederum wurde mit der so genannten Artec GmbH geschlossen. Dieses Unternehmen ist ein Joint Venture zwischen den Unternehmen KNDS und Rheinmetall. In diesem Sinne ist die Rheinmetall sogar in ein Geschäft mit Großbritannien eingebunden.

Zuvor war es zu weiteren neuen interessanten Nachrichten gekommen. So hatte der CEO des Unternehmens mitgeteilt, dass die Rheinmetall in die Produktion von Kamikazedrohnen eingestiegen sei. Zitat des CEO: „Mit diesem System gehen wir am Standort Neuss jetzt in die Serienproduktion.“

Kamikazedrohnen überzeugen sicherlich

Die damit beschriebene Drohne kann bis zu 70 Minuten in der Luft verbleiben und würde dann spätestens abstürzen, um vor Ort, d.h. am Ziel zu explodieren. Die Drohnen hätten eine Reichweite von bis zu 100 km. Sie seien in der Lage, Ziele zu beobachten.

Interessant ist wohl der Umstand, dass das Objekt lediglich für einen einmaligen Gebrauch vorgesehen ist. Dies sei damit eine „Loitering Munition“. Das bedeutet allerdings auch, dass diese Drohne, sofern es am Markt weitere Nachfrage gibt, immer wieder neu hergestellt werden kann.

Insofern ist die Idee, eine Serienproduktion voranzutreiben, sicherlich nicht unwahrscheinlich. Dabei knüpft die Rheinmetall an zahlreiche andere Projekte an, die in den vergangenen Wochen und Monaten neu angegangen wurden. So kam es zum Beispiel mit der OHB zu Gesprächen über Satellitensysteme für das All.

Die Rheinmetall also nutzt alle Dimensionen, um im Rüstungsgeschäft aktiv zu werden. Das führt dann nach allen Erwartungen im Markt dazu, dass in den kommenden Jahren die Umsätze sich am Ende wahrscheinlich zumindest verdreifachen. Damit sollten am Ende die wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen Anstieg der Kurse gegeben sein.

Rheinmetall hatte Quartalszahlen mitgeteilt

Das Misstrauen war wirtschaftlich kürzlich entstanden, als das Unternehmen einräumen musste, im ersten Quartal Cash-Probleme gehabt zu haben. Dies wiederum hat der Markt für einen umfassendes Misstrauensvotum genutzt.

Das cashseitig jedoch Probleme entstehen, ist in einer solchen Situation, wie sie die Rheinmetall geschaffen hat, sicherlich nicht ungewöhnlich. Das Unternehmen hat gleichfalls zum Ende des ersten Quartals angegeben, dass der Auftragsbestand auf ein neues Rekordniveau in Höhe von 73 Millionen Milliarden Euro gestiegen war.

Demzufolge müssen Kapazitäten aufgebaut werden, und dies auch sicherlich sehr schnell. Ein gewisser Cash-Bedarf ist wirtschaftlich daher nur nachvollziehbar. Zu bedenken ist dabei, dass diese Kapazitäts-Entwicklung nicht etwa spekulativer Natur ist, sondern dass die Auftraggeber, also staatliche Institutionen, am Ende sicherlich solvent genug sind, um die Auftragsvolumen im Verlauf der nächsten Jahre dann auch abzunehmen.

Dass also eine gewisse Cash-Problematik bestand oder besteht, ist hier an sich wirtschaftlich betrachtet ausgesprochen normal.

Rheinmetall: Der Umsatz wird nachgeholt

Ein zweiter Kritikpunkt war entstanden, weil die Umsatz-Erwartungen nicht ganz erfüllt worden sind. Dies führte Rheinmetall direkt darauf zurück, dass bestimmte Umsätze erst im neuen Quartal, also im laufenden Quartal, verbucht würden. Im Gesamtjahr erwarte das Unternehmen weiterhin Umsätze im Umfang von zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro.

Und insofern hat sich in der wirtschaftlich herausragenden Situation für das Unternehmen nichts geändert. An den Analystenstimmen hat sich bis auf kleine Korrekturen, die oben genannt worden waren, auch nichts geändert. Insofern ist dann auch der Absturz der Aktie auf das oben genannte aktuelle Niveau von 1150 Euro wirtschaftlich nicht ganz nachvollziehbar. Die Aktie ist im klaren Abwärtstrend. Dass es allerdings Analysten gibt, die fast schon von einer Verdopplung des Kursniveaus ausgehen, ist zumindest ebenfalls extrem gut zu verstehen.

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