Rheinmetall-Aktie: Kampf bis zum bitteren Ende?

Rheinmetall und TKMS liefern sich ein Übernahmegefecht um die Kieler Werft GNYK. Der Rüstungskonzern treibt den Aufbau seiner Marinesparte voran.

Auf einen Blick:
  • Rheinmetall-Aktie erholt sich leicht
  • Bietergefecht um German Naval Yards
  • TKMS warnt vor zu hohem Preis
  • F126-Programm wechselt zu Rheinmetall

Mit einem Plus von 2,0 % auf 1.145,2 Euro startete die Rheinmetall-Aktie am Montag deutlich freundlicher in die neue Woche. Der schnelle Fall in Richtung 1.000-USD-Schwelle scheint damit zumindest vorerst ausgebremst. Auf 1-Monats-Sicht lag das Minus dennoch bei satten -22,4 % (Stand: 18.05.2026, 9:00 Uhr).

Derweil liefert sich Rheinmetall mit dem großen U-Boot- und Schiffsbauer Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) ein erbittertes Bietergefecht. Beide Unternehmen haben Angebote für die German Naval Yards Kiel (GNYK) abgegeben. Die Werft gehört zum französischen Konzern CMN Naval und liegt unmittelbar auf dem Gelände von TKMS an der Kieler Förde.

Rheinmetall-Aktie: Warum die Werft so begehrt ist

Für Rheinmetall ist die angestrebte Übernahme Teil eines größeren Plans: Der Konzern will seine neu gegründete Marinesparte ausbauen und sich zu einem Vollsortimenter für alle Teilstreitkräfte entwickeln. Erst kürzlich hatte Rheinmetall den Militärteil der Lürssen-Werft für 1,5 Milliarden Euro übernommen. Die GNYK wäre ein weiterer Baustein, um auch bei Überwasserschiffen eigene Fertigungskapazitäten zu besitzen.

Für TKMS wiederum ist die Lage eine andere: Die Werft grenzt direkt an das eigene Gelände. Ginge sie an einen Konkurrenten, würde Rheinmetall buchstäblich zum Nachbarn im eigenen Hof. TKMS-Chef Oliver Burkhard räumte kürzlich laut „Manager Magazin“ ein, dass sein Unternehmen die Docks für den Überwasserbereich gut nutzen könnte – und betonte zugleich, dass ein Wettbieten um jeden Preis für TKMS keinen wirtschaftlichen Sinn ergebe

Rheinmetall-Aktie: TKMS gibt sich gelassen, warnt aber vor Preisspirale

Burkhard reagierte auf das Rheinmetall-Angebot mit demonstrativer Gelassenheit: „Geld allein baut keine Schiffe“, sagte er und verwies darauf, dass TKMS operativ einige Vorteile biete. Sein Unternehmen habe einen Preis im Kopf, ab dem es den Prozess nicht weiter fortführen werde. Rheinmetall gilt als der finanziell potentere Bieter.

Dass TKMS trotzdem nicht aufgibt, liegt auch an den gut gefüllten Auftragsbüchern: Das Unternehmen meldet mit rund 20,6 Milliarden Euro einen Rekordauftragsbestand, darunter laufende U-Boot-Programme für mehrere NATO-Staaten und die Bewerbung um einen Großauftrag aus Kanada über bis zu zwölf U-Boote mit einem geschätzten Wert von mehr als zehn Milliarden Euro.

Rheinmetall-Aktie: Fregatten-Programm F126 als weiterer Streitpunkt

Im Hintergrund schwelt ein weiterer Konflikt: Das Fregatten-Programm F126 der Deutschen Marine, das ursprünglich von der niederländischen Werft Damen Naval als Hauptauftragnehmer verantwortet wurde, läuft dem Vernehmen nach deutlich aus dem Ruder.

Die Projektführerschaft soll auf Rheinmetall übergehen, das den Bau wieder in geordnete Bahnen bringen soll. TKMS hatte sich ursprünglich selbst um diesen Auftrag beworben und war unterlegen.

Zur Einordnung: Das Bietergefecht um GNYK zeigt, wie ernst es Rheinmetall mit dem Aufbau einer vollständigen Marinessparte meint – und wie viel für TKMS auf dem Spiel steht, sollte ein schlagkräftiger Konkurrent im eigenen Kernmarkt Fuß fassen.

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