Liebe Leserinnen und Leser,
Rheinmetall präsentiert sich inzwischen wieder in einer deutlich stärkeren Verfassung als noch vor wenigen Wochen. Zwar legte die Aktie am Freitag lediglich um rund 0,3 % zu, dennoch schloss sie nach einem verhaltenen Handelsstart bei etwa 1.140 Euro. Damit setzt sich die Stabilisierung des Papiers fort. Die Stimmung ist allein deshalb besser als noch vor einigen Wochen, als alle Beobachter wissen und sehen, dass die charttechnische Ausgangssituation sich effektiv sehr bedeutend gebessert hat.
Die neuen Erwartungen am Aktienmarkt sind noch nicht erfüllt
Von einem vollständigen charttechnischen Trendwechsel kann zwar noch keine Rede sein. Dafür müsste die Aktie noch deutlich höhere Kursregionen erreichen. Dennoch hat Rheinmetall die wichtige Marke von 1.000 Euro zuletzt souverän verteidigt. Damit wächst die Hoffnung, dass die Bodenbildung gelungen sein könnte.
Neue Unternehmensnachrichten gab es zum Wochenende kaum. Entscheidend bleiben vielmehr die vorläufigen Geschäftszahlen, die Rheinmetall bereits in der vergangenen Woche veröffentlicht hatte. Die endgültigen Ergebnisse für das erste Halbjahr werden am 6. August vorgelegt. Schon jetzt zeichnet sich jedoch ab, dass das Unternehmen operativ ein außergewöhnlich starkes Quartal hinter sich hat.
Die Zahlen haben beeindruckt!
Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um rund 69 % auf gut 3,3 Milliarden Euro. Noch stärker überraschte das operative Ergebnis. Rheinmetall meldete vorläufig 562 Millionen Euro, während Analysten im Durchschnitt lediglich rund 470 Millionen Euro erwartet hatten. Damit übertraf das Unternehmen die Konsensschätzungen um nahezu 20 %.
Auch der Auftragsbestand setzte neue Maßstäbe. Er überschritt erstmals in der Unternehmensgeschichte die Marke von 80 Milliarden Euro. Bereits nach dem ersten Quartal hatte Rheinmetall mit 73 Milliarden Euro einen Rekordwert gemeldet. Der erneute Anstieg unterstreicht die anhaltend hohe Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens.
Gemessen an einem erwarteten Jahresumsatz von rund 14 bis 14,2 Milliarden Euro verfügt Rheinmetall damit über einen Auftragsbestand, der die Produktion für mehrere Jahre absichert. Sollte sich die Marke von über 80 Milliarden Euro mit den endgültigen Zahlen bestätigen, wäre dies ein weiterer Beleg für die langfristig hervorragenden Wachstumsperspektiven.
Analysten sind noch immer zuversichtlich!
Analysten bleiben deshalb ausgesprochen optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt weiterhin bei knapp 1.700 Euro. Zudem rechnen sowohl das Unternehmen als auch zahlreiche Experten damit, dass Rheinmetall seinen Jahresumsatz bis zum Jahr 2030 auf mehr als 40 Milliarden Euro steigern könnte. Das entspräche nahezu einer Verdreifachung gegenüber dem heutigen Niveau. Gleichzeitig sollen auch die operativen Margen weiter auf etwa 18 bis 19 % steigen.
Sollten sowohl Umsatz als auch Profitabilität wie geplant zulegen, würde sich auch das Gewinnpotenzial des Unternehmens erheblich erhöhen. Im aktuellen Aktienkurs von rund 1.140 Euro spiegelt sich dieses Szenario nach Ansicht vieler Analysten bislang nur teilweise wider.
Rheinmetall Aktie Chart
Schwäche wegen der Cash-Flow-Zahlen
Warum bewertet der Markt die Aktie dennoch vergleichsweise zurückhaltend? Dafür werden vor allem zwei Gründe genannt. Erstens bestehen weiterhin Zweifel, ob Rheinmetall seine Produktionskapazitäten schnell genug ausbauen kann, um den Rekordauftragsbestand fristgerecht abzuarbeiten. Zweitens richtet sich der Blick vieler Investoren auf den operativen Free Cashflow, der zuletzt negativ ausgefallen ist.
Allerdings lässt sich dieser Punkt differenziert betrachten. Der negative Free Cashflow ist vor allem auf verschobene Anzahlungen sowie deutlich gestiegene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen. Mit anderen Worten: Ein erheblicher Teil der bereits verbuchten Umsätze ist bilanziell erfasst, die entsprechenden Zahlungsmittel fließen jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt zu. Das belastet den kurzfristigen Cashflow, sagt aber nur begrenzt etwas über die langfristige Ertragskraft des Unternehmens aus.
Genau diese Unsicherheit hat den Aktienkurs in den vergangenen Monaten immer wieder belastet. Die jüngste Erholung könnte daher ein erstes Signal dafür sein, dass der Markt die operative Stärke des Unternehmens wieder stärker berücksichtigt.
Am 6. August wird Rheinmetall die endgültigen Zahlen für das erste Halbjahr veröffentlichen. Dann dürfte sich zeigen, ob die vorläufigen Ergebnisse bestätigt werden und ob die Börse ihre derzeit noch zurückhaltende Bewertung weiter überdenken muss. Analysten bleiben jedenfalls überzeugt, dass die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau weiterhin deutlich unterbewertet ist. Es gibt nur einige Analysten, die in den vergangenen Wochen nach dem Wegfall des F126-Fregatten-Auftrags durch die Bundesregierung die Daumen nach unten gesenkt haben. In keinem einzigen Fall sind die Kursziele unter das aktuelle Kursniveau gefallen und der Durchschnitt von 1.695 Euro blieb weitgehend unangetastet.
Bis zum Kurs von fast 1.700 Euro jedenfalls sind noch ungefähr 45 % zu erobern. Die Grundlage für solche Kurssteigerungen ist an sich schon längst gelegt. 80 Mrd. Euro Auftragsbestand (und die daraufhin am Donnerstag zu sehenden gut 10 % Kursgewinn) sind ein eindeutiger Beleg für die neu gewonnene Stärke des Unternehmens.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 03. August liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 03. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
