Einen sehr schwachen Auftritt legte erneut die Aktie der Rheinmetall am vergangenen Freitag hin. Die Notierungen verloren an der Börse München zum Schluss -3,27 %. Die Notierungen sind damit auf nur noch 1510,50 Euro nach unten gelaufen.
Die Aktie hat erneut die untere Grenze bei 1500 Euro ins Visier genommen. Der Abwärtstrend ist nahezu katastrophal. Es fehlen derzeit aus Sicht der technischen Analysten mindestens 200 Euro, um auch nur halbwegs die wichtigsten technischen Voraussetzungen für ein deutliches Kurswachstum zu realisieren.
Rheinmetall ist derzeit extrem unter Druck
Denn dann wäre der Aufwärtstrendwechsel aus Sicht der technischen Analysten wiederum möglich. Aber: am Wochenende gab es zumindest eine gute Nachricht. Die Düsseldorfer haben bekanntgegeben, dass sie den Fregatten Bau für die Marine beschleunigen möchten.
Man gehe davon aus, dass das Unternehmen die Fregatte F126 im Sommer als Generalunternehmer unter Vertrag bekäme, hieß es. Man wolle die Durchlaufzeiten beschleunigen sowie die erste der sechs geplanten Fregatten im zweiten Halbjahr 2031 abliefern.
Das ist der erste signifikante Hinweis darauf, was man mit der bereits erworbenen Marine- Werftsparte NVL von Lürssen möchte. Der Kern dieses Unternehmens ist wiederum die bekannte Werft in Hamburg, Bloom+Voss.
Bis dato hatte das niederländische Unternehmen Naval diesen Auftrag übernommen. Es ist allerdings deutlich geworden, dass dieser Auftrag nicht rechtzeitig realisiert werden könnte. Insofern wird nun dieses Programm wieder beschleunigt aufgenommen und dürfte unter anderem dann auch der Rheinmetall als Generalunternehmer möglicherweise schnell Aufträge beziehungsweise Umsätze ermöglichen. Es soll jetzt auch in dieser Sparte schnell losgehen!
Rheinmetall Aktie Chart
Wie die Börsen reagieren, wird sich dann am Montag zeigen. Aktuell ist die Aktie allerdings wie beschrieben noch immer im klaren Abwärtstrend. Analysten allerdings gehen davon aus, dass der Kurs deutlich steigen kann. 2102 Euro lautet das durchschnittliche Kursziel. Es wären ein Abstand in Höhe von etwa 40 %.
Der Iran-Krieg wird zum Problem
Erstaunlicherweise ist zuletzt aber auch der Iran-Krieg zum großen Problem für die Rüstungsindustrie geworden. Denn die Idee, dass die Rüstungsprojekte hier nun den Ausschlag geben müssten für eine gewaltige Rallye, trägt bis dato nicht.
Die Befürchtung der Märkte scheint diffus in eine andere Richtung zu gehen.
Zum einen wird wohl offenbar befürchtet, die Rallye sei zu umfassend gewesen. Dies würe zu Lasten der aktuellen Bewertung gehen. Derzeit ist die Aktie der Rheinmetall bspw. mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 41,8 belastet (für das laufende Jahr). Dies könnte theoretisch zu viel sein, wenn die KGVs anderer großer Unternehmen hier zum Vergleich stehen.
Tatsächlich ist die Rheinmetall aber auf Basis der erwartbaren Gewinne für die kommenden Jahre sogar recht günstig. Der Gewinn für das kommende Jahr lässt vermuten, dass die Aktie der Rheinmetall auf ein KGV in Höhe von ungefähr 27 kommt. Das wiederum bedeutet, dass die Düsseldorfer dann nahe an ihrem historischen Mittel wären. Bei einer Nettoergebnismarge von rund 11 % jedoch sind für die kommenden Jahre sogar noch deutlichere Gewinne zu erwarten.
Bis 2030 sollte sich der Umsatz zumindest in Richtung von 40 bis 45 Euro entwickeln. Dann sollte sich ein Gewinn von vielleicht 4,3 bis 4,5 Mrd. Euro einstellen können. Derzeit ist die Aktie an den Märkten nur noch knapp 70 Mrd. Euro wert. Das würde rechnerisch zu einem KGV von vielleicht 17 führen. In Erwartung dessen, was kommt, ist die Aktie sogar vergleichsweise günstig.
Die Chancen darauf, dass dieser Entwicklungspfad tatsächlich eintritt, sind sogar recht hoch.
Der Auftragsbestand ist eminent hoch
Dafür steht der Auftragsbestand der Rheinmetall aktuell schon auf einem Rekordlevel. Hier stehen insgesamt rund 63 Mrd. Euro in den Büchern. Damit sind die kommenden Monate bereits vorgezeichnet, auch die kommenden Jahre. Neue Aufträge sind allerdings schon in Sicht.
Unwidersprochen hat die Rheinmetall vor einigen Monaten behauptet, sie würde bis zum Jahr 2030 innerhalb der EU dann sogar Aufträge von bis zu insgesamt 300 Mrd. Euro erwarten. Wenn diese Größenordnung stimmt (auch wenn die Beträge die Summe über Jahre ausmachen), erreicht die Rheinmetall noch einmal ganz andere Dimensionen. Da im Rüstungsgeschäft die Nettogewinnmargen vergleichsweise stabil sein werden, darf die Rheinmetall davon ausgehen, dass die Gewinne massiv klettern.
Mit anderen Worten: Eigentlich ist die Rheinmetall in den gegenwärtigen Bewertungslagen zumindest gut einzuschätzen. Wenn man sich mit den Zahlen nicht beschäftigen möchte, dann reicht hier aus genau diesem Grund aber schon der Verweis auf die aktuellen Einschätzungen der Analysten. Die machen genau das: Die Modellannahmen untersuchen und hochrechnen. Die wenigsten Analysten bewerten einfach nur die Trends. Die zahlenbasierten Schätzungen für die Aktie belaufen sich denn auch auf das o.g. Kursziel von über 2.100 Euro. Die Börsen ignorieren dies bis dato. Die Frage: Auch nach dem jüngsten Fregatten-Coup, der zumindest angekündigt wird?
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