Unverändert dramatisch ist derzeit an den Aktienmärkten die Situation um Rheinmetall. Die Notierungen sind gestern am Ende zwar um 0,4 % geklettert, allerdings kommt die Aktie derzeit nur auf ein Kursniveau von 1.146,80 Euro. Das ist weiterhin ein sehr massiver Abwärtstrend.
Die Notierungen sind weit davon entfernt, wichtige Trendlinien zu erreichen. Die Aktie selbst hat im laufenden Jahr schon deutlich über 20 % nachgelassen. Damit ist formal, technisch und charttechnisch der Abwärtstrend in keiner Weise zu leugnen.
Allerdings sieht es zumindest nicht so aus, als würde die zwischenzeitlich befürchtete Kurspanik ausbrechen. Ein Abrutsch in Richtung von 1.000 Euro scheint derzeit zumindest aus technischer Sicht nicht sehr wahrscheinlich. Die Aktie zeigt auch immer wieder Erholungstendenzen.
Rheinmetall Aktie Chart
Rheinmetall bleibt wirtschaftlich stark
Hinreichende Gründe liefert Rheinmetall nahezu im Tagestakt. Nun wurde auch bekannt, dass die Bundeswehr weiter investieren wird. Verteidigungsminister Pistorius plant einer Meldung zufolge Milliardeninvestitionen in die Drohnenabwehr, was angesichts der Kampftätigkeiten im Zusammenhang mit Drohnen sicherlich nicht verwunderlich ist.
Nun hat Rheinmetall erst vor wenigen Tagen genau dazu eine Meldung veröffentlicht. Unter anderem würde das Unternehmen bei sogenannten Kamikaze-Drohnen auf Salvenschwärme setzen. Es ist klar, dass sich Rheinmetall im Bereich der Drohnenabwehr deutlich stärker aufstellt. Auch dies ist ein Geschäftsfeld, das den ohnehin im laufenden Jahr wahrscheinlich um über 40 % steigenden Umsatz weiter erhöhen kann.
Ohnehin ist der Auftragsbestand von Rheinmetall mit über 70 Milliarden Euro deutlich höher als das, was überhaupt als Jahresumsatz verbucht werden kann. Im laufenden Jahr wird mit einem Umsatz von etwa 14,2 Milliarden Euro gerechnet. Das zeigt bereits, dass Rheinmetall über Jahre hinweg mit Aufträgen versorgt ist.
Analysten ziehen daraus ihre eigenen Schlüsse. Anders als der Markt sehen sie die Zukunft rosig. Der Kurs könne auf annähernd 1.900 Euro klettern, so die durchschnittlichen Schätzungen.
Der Markt selbst ist derzeit wahrscheinlich nicht in der Lage, sich solchen rationalen Erwägungen sehr schnell anzuschließen. Die Stimmung ist schlicht schlecht. Fraglich bleibt lediglich, wie lange diese Börseneinschätzung noch Bestand haben kann.
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