Liebe Leserinnen und Leser,
für die Rheinmetall ging es am Freitag um 9,86 % beeindruckend und gleichzeitig erschütternd nach unten. 1209,30 Euro wurden letztlich gemessen und haben einen massiven Beigeschmack hinterlassen, auch wenn das Papier an der Börse München beispielsweise am Ende einen Kurs von 1.214,80 Euro aufwies. Damit hat die Aktie innerhalb einer Woche 10,5 % abgegeben und musste zurück liegend in den vergangenen vier Wochen 21,7 % Verlust hinnehmen. Die Ansprüche sind weit höher. Geht es nach den lange formulierten Schätzungen von Analysten, müsste die Aktie rund 800 Euro höher notieren. Dies wären über 60 % oberhalb des aktuellen Kursniveaus. Die Aktie ist immer weiter davon entfernt.
Das dokumentiert auch, dass die Aktien einem massiven Abwärtstrend ist. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf nur noch 55,48 Milliarden Euro. Rheinmetall ist auf dem Weg zu 1000 Euro, würden Skeptiker sagen. Die Frage wird sein, ob die Rheinmetall hier noch etwas entgegenhalten kann.
Rheinmetall: Eigentlich mehr wert!
Denn die Düsseldorfer sind nach Meinung von Analysten deutlich mehr wert. Es werden Kursziele ausgegeben, die inzwischen in einer Range zwischen 2030 und 2050 Euro zu sehen sind. Dies wäre ein Aufschlag in Höhe von 800 Euro, in diesem Fall also um mehr als 60 %. Verpassen die Märkte hier möglicherweise eine Chance?
Rheinmetall Aktie Chart
Die zurückliegenden Zahlen vom Donnerstag hatten den Abwärtslauf noch einmal vergrößert. Die Notierungen sind unter anderem deshalb gefallen, weil das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 1,94 Milliarden Euro vermeldet hatte. Dies war zwar ein Ergebnis, das 8 %, über dem des Vorjahres lag. Allerdings sind die Erwartungen des Marktes bei 2,3 Milliarden Euro gewesen.
Auf der anderen Seite zählt weiterhin, dass das Unternehmen zum einen Aufträge generiert. Zum anderen aber ist auch die Marge von 10,5 % auf 11,6 % gestiegen. Letztlich ist die Rheinmetall auch im gesamten Jahr noch immer auf Kurs.
Das Unternehmen erwartet in diesem Gesamtjahr, dass die Enttäuschung beim Umsatz im ersten Quartal in den nächsten Quartalen aufgefangen wird. Es habe lediglich Zeitpunkt-Verschiebungen bei der Rechnungsstellung gegeben. Analysen sind wie beschrieben ausgesprochen zuversichtlich. Eine Ausnahme war die Stimme von JPMorgan. Die Notierungen sind demnach in einer fast schon spontanen Korrekutr auf 1.500 Euro nach unten bewertet worden.
Die meisten Analysten sind zuversichtlich. Auch jetzt noch
Tatsächlich sind die meisten Analysten auch jetzt noch sehr zuversichtlich. So hat die Rheinmetall nach deren Meinung weiterhin Kursziele von über 2.000 Euro. Die Bernstein hat die Düsseldorfer mit dem Ranking „Outperform“ ausdrücklich bestätigt. Das Kursziel liege bei 2.050 Euro.
Die Deutsche Bank schloss sich dem Befun an. Die Aktie wäre eine „Kaufempfehlung“. Sie habe ein Kursziel von 2.100 Euro. Und auch die UBS ließ sich nicht lumpen. Der Titel wurde mit der Einstufung „buy“ quasi unverändert protegiert. Die Aktie kommt demnach auf ein Kursziel in Höhe von 2.200 Euro.
Man kann es drehen und wenden wie man will: Analysten sind zum großen Teil zuversichtlich. Das basiert im Kern auf der Erwartung, dass die Zahlen in den kommenden Jahren deutlich besser werden. Einzelmeldungen zum Trotz spricht tatsächlich recht viel dafür, zumindest die Modellannahmen nicht fundamental in Frage zu stellen.
Denn die Rheinmetall selbst gab gerade zu den Quartalszahlen an, dass die Umsatzentwicklung enttäuschend verlaufen sei. Das ist indes nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist der Blick auf das gesamte Jahr. Da wird die Rheinmetall nach Unternehmensangaben auf ein Umsatzniveau in Höhe von 14 bis 14,5 Mrd. Euro kommen. Man bleibt bei den bisherigen Annahmen und Schätzungen.
Rheinmetall nur mit einem Zuordnungsproblem
Die auf den ersten Blick fehlenden Umsätze sind schlicht auf die Verbuchung von Einnahmen zu einem späteren Zeitpunkt zurückzuführen. Quartalsbetrachtungen, die wie hier am 31. März enden, haben nicht notwendig einen zulässigen Einblick auf das gesamte Jahr hinterlassen. Das gesamte Jahr wird die nur leicht verschobenen Umsätze insofern also erreichen, so die Angaben aus Düsseldorf.
Die Notierungen sind aus Analystensicht (in der Regel) jedoch auch deshalb unterbewertet, weil die Rheinmetall im Laufe der kommenden Jahre die Umsätze noch massiv nach oben treiben kann. Die Rheinmetall selbst hatte vor einiger Zeit bezogen auf die Umsätze aus dem Jahr 2024 berichtet und geschätzt, dass der Umsatz sich bis zum Jahr 2030 verfünffachen werde. Das heißt nach Taschenrechner wiederum, dass zwischen 40 und 45 Mrd. Euro zu erwarten sind.
Stimmen bis dahin auch die Nettomargen weiterhin oder steigen gar wie avisiert, dann werden auch die Gewinne sich kräftig nach oben schieben. Unterstellt man auch nur die bislang erreichen 11,6 % (nach 10,5 % im Vorjahr), dann würden bei 40 Mrd. Euro Umsatz rund 4,4 Mrd. Euro Gewinn bis zum Jahr 2030 avisiert. Aktuell ist die Rheinmetall am Markt insgesamt eine Marktkapitalisierung von 56,7 Mrd. Euro wert. Damit würde das bekannte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei einem konstanten Bewertungsansatz im Laufe der Jahre auf 13 sinken. Das ist wesentlich zu niedrig, typisch wäre im Vergleich der vergangenen Jahre durchaus (mindestens) ein KGV von 25-27. Demzufolge wäre es zumindest nicht überraschend, wenn der Kurs des Unternehmens sich bis 2030 verdoppeln würde. Immer vorausgesetzt, die Schätzungen der Rheinmetall zu Umsatz und Nettogewinnmarge würden sich nicht mehr verändern.
Rheinmetall: Da sieht niemand hin
Ganz offensichtlich ist der Markt nicht geneigt, sich langfristig über die Bewertungsfragen zu unterhalten. So bieten sich zwei Perspektiven: Anleger, die an die wirtschaftlich begründbare Entwicklung von Aktienkursen glauben, werden hier bei niedrigen Kursen dennoch sehr viel Vertrauen aufbauen. Wer sich den spekulativen Aktivitäten an den Börsen verschrieben hat, sieht ganz anders hin.
Demnach wären dann die Abwärtsindikationen deutlich in der Vorhand. Die Rheinmetall hat in jeder Hinsicht enttäuscht. Die 50-Tage-Linie ist unterkreuzt. Die 200-Tage-Linie wie auch der GD100 sind gleichfalls deutlich unterkreuzt. Die Aktie hat also danach kaum Spiel nach oben.
Dass die Analysten hier vollständig anderer Meinung sind und deutliche Kurssteigerungen erwarten, hängt mit den wirtschaftlichen Aussichten der Rheinmetall zusammen.
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