Rheinmetall-Aktie: Irrsinnig!

Der Kurs gab nach, während Analysten im Mittel rund 1.640 Euro erwarten und der Auftragsbestand mehr als 80 Milliarden Euro umfasst.

Auf einen Blick:
  • Aktie schloss bei 985,60 Euro
  • Monatsminus beträgt bislang 11,56 Prozent
  • Auftragsbestand übersteigt 80 Milliarden Euro
  • Munitionsproduktion soll bis 2030 wachsen

Unter 1.000 Euro wird es für Rheinmetall charttechnisch zunehmend ungemütlich. Die Aktie schloss am Freitag bei 985,60 Euro und verlor 1,01 %. Am Montag nun ging es um weitere -1,18 % abwärts. Die Aktie kommt auf einen Kurs von nur noch rund 970 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 36,52 %. Die zwischenzeitliche Erholung über 1.000 Euro hat damit nicht gehalten.

Keine Wende direkt in Sicht

Auch der Chart zeigt bislang keine belastbare Wende. Die Aktie liegt unter mehreren wichtigen gleitenden Durchschnittslinien. Nach dem Bruch der 1.000-Euro-Marke rückt die Zone um 946 Euro als nächste auffällige Unterstützung näher. Für eine nachhaltige Erholung müsste Rheinmetall zunächst wieder über 1.000 Euro steigen und anschließend die darüberliegenden Durchschnittslinien zurückerobern.

Apple Aktie Chart

Zusätzlichen Druck brachte zuletzt das höhere Zinsniveau. Steigende Renditen belasten kapitalintensive Industrieunternehmen und sorgen zugleich für Diskussionen über die Finanzierung der stark wachsenden europäischen Verteidigungsausgaben. Für Rheinmetall ändert das zunächst wenig am vorhandenen Geschäft. Der Auftragsbestand liegt bei mehr als 80 Milliarden Euro und reicht über Jahre.

Auch die erwarteten Geschäftszahlen zeigen weiteres Wachstum. Für 2026 werden 13,95 Milliarden Euro Umsatz und 1,59 Milliarden Euro Nettogewinn erwartet. 2027 steigen die Schätzungen auf 18,65 Milliarden Euro Umsatz und 2,35 Milliarden Euro Gewinn. Das erwartete KGV sinkt dabei von 28,8 auf 19,4.

Rheinmetall baut gleichzeitig seine Kapazitäten aus. Bei 155-Millimeter-Artilleriemunition soll die jährliche Produktion bis 2030 auf rund 1,5 Millionen Geschosse steigen. Die älteren Themen rund um mögliche Engpässe bei Antimon oder einzelne Rohstoffprojekte sind für die aktuelle Börsenlage dagegen weniger relevant und treten gegenüber Kursentwicklung, Auftragsbestand und Produktionsausbau in den Hintergrund.

Auffällig bleibt die große Lücke zwischen Börsenkurs und Analystenerwartungen. 21 erfasste Analysten kommen derzeit im Mittel auf rund 1.640 Euro. Gegenüber 985,60 Euro entspricht das einem Abstand von etwa 66 %. An der Börse hilft diese Zuversicht momentan wenig. Nach dem Fall unter 1.000 Euro braucht die Aktie zunächst eine charttechnische Wende, um den seit Monaten laufenden Abwärtstrend zu bremsen.

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