Rheinmetall-Aktie: Irrsinn!

Rheinmetall verliert vorbörslich an Wert, während Analysten das Kursziel von 1.700 Euro bestätigen. Rekordaufträge stützen die langfristige Perspektive.

Auf einen Blick:
  • Aktie fällt um 1,7 Prozent
  • Analysten bestätigen 1.700 Euro Ziel
  • Rekordauftragsbestand von 80 Milliarden
  • Bundeswehr-Auftrag über 500 Millionen

Einen fatalen Handelstag droht die Aktie von Rheinmetall schon wieder hinzulegen. Aktuell misst die Börse einen Abschlag im Umfang von rund -1,7 %. Die Notierungen kommen auf einen Kurs von 1157,20 Euro. Die Grenze von 1.200 Euro, die schon überwunden schien, kommt wieder auf. Die Stimmung lässt aktuell ohne neue Nachrichten schon wieder nach.

In den zurückliegenden fünf Handelstagen ging es bis gestern Abend noch um statistisch 0,05 % aufwärts, allerdings scheint die kräftige Erholung wieder Geschichte zu sein. Auf der anderen Seite sind weiterhin hinreichend Beobachter der Meinung, dies sei ein Zwischenschritt, während die Aktie sich sukzessive erhole. Immerhin liegt Rheinmetall über die vergangenen vier Wochen noch immer 13,6 % vorne.

Auch aus technischer Sicht ist der Titel nicht verloren. Zur 100-Tage-Linie fehlen lediglich 4,18 %. Das ist fast ein Gleichstand. Lediglich der GD200 als technischer Indikator für die langfristige Entwicklung ist noch weit entfernt. Hier fehlen der Aktie 18,5 %. Damit befindet sich der Titel langfristig noch in einem technischen Abwärtstrend.

Rheinmetall: Analysten halten Kurs

Analysten sind weiterhin der Meinung, dass die Aktie deutlich mehr wert sein könnte. Das durchschnittliche Kursziel verschiedener Analysten liegt bei rund 1.700 Euro. Die Spannweite ist zwar relativ groß, allerdings gehen die Analysten davon aus, dass die Notierungen deutlich steigen könnten. Insofern hat sich am Bild von Rheinmetall unter den Experten wenig geändert.

Zuletzt war darüber berichtet worden, dass Rheinmetall einen Auftrag im Volumen von mehr als 500 Millionen Euro von der Bundeswehr erhält. Das zeigt erneut, dass das Unternehmen in der Lage ist, große Aufträge zu akquirieren, auch wenn dieser Auftrag aus einem bestehenden Rahmenvertrag abgerufen wurde.

Für das zweite Quartal hatte Rheinmetall insgesamt einen Auftragsbestand von mehr als 80 Milliarden Euro vermelden können. Das war ein neuer Rekord, der zudem deutlich über dem vorherigen Höchststand von gut 73 Milliarden Euro lag.

Rheinmetall Aktie Chart

Insofern ist Rheinmetall wirtschaftlich aus Sicht der meisten Beobachter trotz der jüngeren Verluste noch immer gut aufgestellt. Die Aktie erholt sich langsam wieder und könnte sich damit auch den von Analysten avisierten Kurszielen weiter annähern. Nur gibt es Zweifel, die noch immer nicht beseitigt sind: Sowohl der Free Cash Flow (wegen Investitionen negativ) als auch das avisierte Umsatzwachstum wecken Misstrauen. Trotz der gegenteiligen Versicherungen der Analysten gilt nicht als sicher, ob die Rheinmetall das Umsatzwachstum wie avisiert in den kommenden Jahren schafft. Seltsam, aktuell aber Realität.

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