Während die Rheinmetall-Aktie am Donnerstagvormittag trotz der starken Q1-Zahlen eher seitwärts lief, sorgt der Konzern aktuell an anderer Stelle für Aufsehen. Im Fokus: das Fregatten‑Programm F126 der deutschen Marine, das nun von Rheinmetall übernommen werden soll.
Rheinmetall-Aktie: Rüstungskonzern fordert 12 Milliarden für neue Fregatten
Wie die „Financial Times“ (FT) berichtet, verlangt der Rüstungskonzern vom Bund hierfür rund 12 Milliarden Euro. Damit würden die Gesamtkosten für die sechs Schiffe auf etwa 14 Milliarden Euro steigen – deutlich mehr als ursprünglich geplant. Der Bund hat bereits zwei Milliarden Euro für den Projektstart bereitgestellt, doch die Gespräche über den Wechsel des Generalunternehmers laufen noch.
Eigentlich sollte die niederländische Damen‑Werft die Fregatten bauen, doch das Projekt verzögerte sich unter anderem wegen Finanzierungsschwierigkeiten. Nun soll die im März von Rheinmetall übernommene Werft NVL (Naval Vessels Lürssen) das Projekt verantworten. Der Bund drängt auf Tempo, weil die Marine die Schiffe angesichts der Bedrohung durch Russland eigentlich vor 2030 haben wollte.
Rheinmetall hat laut FT nach einer sechsmonatigen Prüfung neue Konditionen vorgelegt, darunter eine Inflationsklausel und eine geplante Auslieferung des ersten Schiffes 2032 – vier Jahre später als ursprünglich vorgesehen. Ein Sprecher des Unternehmens betont jedoch, dass eine frühere Lieferung möglich sei, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt würden.
Rheinmetall-Aktie: Bund erwägt Kauf von TKMS-Schiffen der Serie Meko
Parallel prüft der Bund den Kauf von vier Meko A‑200‑Schiffen des Konkurrenten Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS). Diese sind kleiner, günstiger und technisch weniger leistungsfähig als die F126. Die Bundesregierung will damit offenbar auch Druck auf Rheinmetall in den laufenden Verhandlungen ausüben. Ein erstes Meko‑Schiff könnte noch vor 2030 an die Marine gehen.
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