Die Rheinmetall-Aktie zeigte sich am Donnerstagvormittag mit einem Plus von 3,1 % auf 1.233 Euro freundlich. In den letzten Handelstagen bewegte sich der Rüstungs-Titel bereits um die 1.200-Euro-Schwelle, nachdem er seit Mitte Januar deutlich an Wert eingebüßt hatte (Stand: 11.06.2026, 9:00 Uhr).
Derweil hat der Rüstungskonzern eine interessante Kooperation angebahnt. So haben Rheinmetall, das Münchener Technologieunternehmen ERC System und das Land Nordrhein-Westfalen auf der ILA Berlin eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die Grundlagen für die Produktion der Schwerlastdrohne Victor U250 in NRW zu schaffen.
Rheinmetall-Aktie: 250 Kilogramm Nutzlast, 300 Kilometer Reichweite, senkrechter Start
Die Victor U250 ist ein unbemanntes, hybrid-elektrisch angetriebenes Frachtflugzeug, das senkrecht starten und landen kann und dabei keine feste Infrastruktur wie Start- oder Landebahnen benötigt. Mit einer Nutzlast von bis zu 250 Kilogramm, einer Reichweite von 300 Kilometern und einer Höchstgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern richtet sie sich auf militärische Logistik, Katastrophenschutz, Offshore-Einsätze und medizinischen Transport aus. Ein modulares Nutzlastsystem erlaubt dabei flexible Anpassung an unterschiedliche Einsatzanforderungen.
Rheinmetall bringt dabei seine Zulassung als Luftfahrtorganisation sowie seine Erfahrung mit unbemannten Flugsystemen ein. ERC System, eine Tochter der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft IABG aus Ottobrunn, verantwortet die technologische Entwicklung der Drohne. Das Land NRW unterstützt bei der Standortsuche, der Prüfung von Fördermöglichkeiten und der Begleitung von Genehmigungsverfahren.
Rheinmetall-Aktie: Bis 2029 dreistellige Zahl an Arbeitsplätzen geplant
Bei erfolgreicher Umsetzung sollen bis 2029 zunächst mehrere hundert Arbeitsplätze in NRW entstehen, verbunden mit dem Ziel, relevante Hochtechnologien dauerhaft in Deutschland zu halten. Rheinmetall-Chef Armin Papperger bezeichnete die Absichtserklärung als Grundstein für die Industrialisierung eines zukunftsweisenden unbemannten Flugsystems in Deutschland.
Zur Einordnung: Die Ankündigung passt zu Rheinmetalls Strategie, sein Portfolio im Bereich unbemannte Systeme systematisch auszubauen. Gemeinsam mit den kürzlich bekannt gegebenen Partnerschaften im Bereich Robotik und der Beteiligung an Drohnenabwehrsystemen entsteht so ein breites Standbein im Wachstumsmarkt für autonome Technologien, deren militärische Bedeutung derzeit unter anderem in der Ukraine und Nahost deutlich wird.
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