Am Dienstagvormittag musste die Rheinmetall-Aktie Abstriche hinnehmen – wenn auch in eher geringem Maße. Eine Rückkehr des Kurses über die 1.000-Euro-Schwelle ist weiterhin nicht in Sicht (Stand: 30.06.2026, 10:00 Uhr).
Kürzlich hat der deutsche Rüstungskonzern auf der Fachmesse Eurosatory in Paris etliche Neuerungen präsentiert, darunter auch die neue 155-Millimeter-Waffenanlage L60. Das Düsseldorfer Unternehmen, das bereits seit seiner Gründung 1889 als Kompetenzzentrum für Artilleriewaffensysteme gilt, zeigte das neue System an seinem Messestand.
Rheinmetall-Aktie: 30 Prozent mehr Reichweite für Rad- und Panzerhaubitzen
Die L60 soll die effektive Reichweite von Rad- und Panzerhaubitzen gegenüber der bisherigen L52-Waffe um rund 30 Prozent erhöhen. Möglich macht das eine vergrößerte Kaliberlänge sowie ein größeres Volumen des Ladungsraums – Ergebnis eines mehrjährigen Entwicklungsprojekts.
Der Hintergrund: Aktuelle Konflikte, allen voran der Ukraine-Krieg, haben laut Rheinmetall gezeigt, dass klassische Rohrartillerie auf modernen Gefechtsfeldern weiterhin eine zentrale Rolle spielt – Reichweite sei dabei ein entscheidender taktischer Vorteil.
Rheinmetall-Aktie: Bereits erfolgreiche Tests, Schießvorführung noch 2026
Die neue Waffenanlage misst 9.300 Millimeter in der Länge und wiegt mehr als 2,5 Tonnen. Bereits im Januar 2025 wurden erfolgreiche Tests mit einem maximalen Schussdruck von über 600 Megapascal abgeschlossen, im weiteren Verlauf des Jahres erreichte die Waffe Mündungsgeschwindigkeiten von mehr als 1.100 Metern pro Sekunde. Erste Fertigungsschritte sind bereits angelaufen, eine erste öffentliche Schießvorführung ist noch für das laufende Jahr geplant.
Rheinmetall zählt nicht nur zu den führenden Systemhäusern im Bereich der 155-Millimeter-Rohrartillerie, sondern auch zu den größten Munitionsherstellern weltweit – mit derzeit deutlich ausgeweiteten Produktionskapazitäten.
Rheinmetall-Aktie: Zweifel an klassischen Waffensystemen
Zur Einordnung: Eine Reichweitensteigerung um 30 Prozent bei einer bewährten Waffengattung ist zwar eine bedeutende Verbesserung des bestehenden Portfolios. Manche Analysten hatten zuletzt aber Zweifel geäußert, dass klassische Waffensysteme wie Rohrartillerie bei einer zunehmend von Drohnen, autonomen Systemen und präzisionsgelenkter Munition geprägten Kriegsführung langfristig an Bedeutung verlieren könnte.
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