Rheinmetall-Aktie: Hochdramatisch!

Rheinmetall-Aktie notiert unter 1000 Euro, doch Analysten sehen hohes Kurspotenzial. Quartalszahlen am 6. August könnten Trendwende bringen.

Auf einen Blick:
  • Kurs bleibt unter 1000-Euro-Marke
  • Analysten sehen 70 Prozent Aufwärtspotenzial
  • Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro
  • Vorstandsvorsitzender kauft Aktien für 3 Millionen Euro

0,37 % Aufschlag verbucht heute die Aktie von Rheinmetall zum Beginn der neuen Woche. Der Titel hat eine durchaus interessante Zeit vor sich. Die Düsseldorfer werden am 6. August ihre Quartalszahlen vorlegen. Die Börsen zeigen sich derzeit wenig begeistert. Am Freitag schon gewann die Aktie aber rund 2,1 % und kommt jetzt mit dem minimalen Aufschlag am Montag auf einen Kurs von 983,60 Euro. Damit bleibt das Papier erneut unter der Marke von 1.000 Euro. Charttechniker sprechen deshalb weiterhin von einem Abwärtstrend.

Tatsächlich befindet sich die Aktie aus technischer Sicht in einer ausgesprochen schwachen Verfassung. Der Abstand zum GD100 beträgt derzeit rund 24,9 %, zur 200-Tage-Linie sind es 34,69 %. Aus technischer Sicht präsentiert sich das Papier damit, wie beschrieben, in einem äußerst schwachen Zustand.

Rheinmetall: Es bleibt derzeit ein harter Kampf

Fundamental fällt die Einschätzung allerdings deutlich positiver aus. Zwar haben einige Analysten ihre Kursziele zuletzt etwas reduziert. Im Durchschnitt werden jedoch weiterhin rund 1.695 Euro als fairer Wert genannt. Daraus ergibt sich gegenüber dem aktuellen Kursniveau ein Aufwärtspotenzial von mehr als 70 %.

Rheinmetall Aktie Chart

Am 6. August dürfte sich entscheiden, ob die Quartalszahlen diese optimistische Einschätzung untermauern können. Aus Sicht vieler Analysten spiegelt der aktuelle Börsenkurs die operative Entwicklung des Unternehmens derzeit nicht angemessen wider.

So hatte Rheinmetall zum Ende des ersten Quartals einen Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro gemeldet. Darüber hinaus wurden weitere bedeutende Projekte angestoßen. Zwar erhielt das Unternehmen den Auftrag im Zusammenhang mit den F126-Fregatten nicht. Gleichzeitig konnten jedoch neue Projekte gewonnen werden.

Dazu zählt unter anderem ein 15-jähriger Trainingsvertrag für die britische Armee mit einem Volumen von knapp 1 Milliarde Euro. Hinzu kommt eine Kooperation zur gemeinsamen Entwicklung maritimer Laserwaffen für die Deutsche Marine.

Ein weiteres Signal setzte Vorstandsvorsitzender Armin Papperger. Nach der Enttäuschung über den verlorenen Fregattenauftrag erwarb er Aktien des Unternehmens im Wert von mehr als 3 Millionen Euro. Dieser Insiderkauf wird am Markt als Ausdruck des Vertrauens in die weitere Entwicklung des Unternehmens gewertet.

Insgesamt spricht aus fundamentaler Sicht vieles dafür, dass Rheinmetall wirtschaftlich deutlich höher bewertet werden könnte als derzeit an der Börse. Die Märkte sorgen sich allerdings weiterhin darum, ob das Unternehmen seine Produktionskapazitäten schnell genug ausbauen kann, um die hohe Nachfrage zu bedienen.

Die Stimmung im gesamten Rüstungssektor bleibt derzeit verhalten. Dadurch fällt es den Märkten schwer, eine ausschließlich an den Fundamentaldaten orientierte Bewertung vorzunehmen. Analysten halten dennoch überwiegend an ihren vergleichsweise hohen Kurszielen fest.

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