Wenn ein Börsenschwergewicht an einem Tag mehr als ein Viertel seines Werts verliert, hat das gemeinhin Auswirkungen auf den Gesamtmarkt. So geschehen am Dienstag beim IT-Unternehmen IBM. Auch Rüstungstitel, ohnehin zuletzt unter Druck, knickten ein. Die Aktie von Rheinmetall etwa verlor zwischenzeitlich fast drei Prozent, erholte sich bis zum Abend jedoch und notierte kurzzeitig sogar leicht im Plus. Dass es für die Aktie nicht zu mehr reichte, kommt jedoch überraschend. Tags zuvor war einer der größten Einzelaufträge in der Unternehmensgeschichte bekanntgeworden.
Rheinmetall Aktie Chart
Rheinmetall mit nächstem Milliardendeal
Denn Rheinmetall Electronics UK übernimmt künftig eine Schlüsselrolle im Omnia-Training-Konsortium in Großbritannien. Das Unternehmen wird 15 Jahre lang im Rahmen eines von Raytheon UK geführten Konsortiums an der digitalen Transformation der kollektiven Ausbildungskapazitäten der britischen Landstreitkräfte mitwirken. Und der Auftrag hat es wirklich in sich:
- Als „Land Collective Training Partner“ unterstützt Rheinmetall die Konzeption und Umsetzung zentraler Elemente des Programms
- „Der Anteil von Rheinmetall an dem Auftrag hat einen Wert von knapp einer Milliarde Euro“, heißt es in der Mitteilung
Omnia Training und seine Industriepartner sind demnach für die Integration und Bereitstellung moderner Live-, virtueller und konstruktiver Simulationssysteme verantwortlich. Als „Land Collective Training Partner“ werde Rheinmetall die Bereitstellung dieser Fähigkeiten unterstützen und die physische Ausbildungsinfrastruktur, die Systemkonfiguration sowie logistische Aspekte zur Unterstützung der kollektiven Ausbildung der Armee verwalten, heißt es.
Großbritannien ist ein Kernmarkt von Rheinmetall
Großbritannien ist nach Unternehmensangaben einer der strategischen Kernmärkte von Rheinmetall in Europa, in dem man durch seine Tochtergesellschaften und Joint Ventures stark vertreten sei. „Diese starke lokale Präsenz gewährleistet eine nahtlose Unterstützung der Streitkräfte und stärkt die lokale Wertschöpfung“, so Rheinmetall. Die Anleger indes zeigten sich unbeeindruckt. Die Rheinmetall-Aktie notiert weiter unter der psychologisch wichtigen Marke von 1.000 Euro – aller Großaufträge zum Trotz.
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