Rheinmetall sammelt neue Aufträge in den USA und bei der Marine – und die Anleger honorieren es. Binnen sieben Handelstagen legte die Aktie um 10,74 Prozent zu. Am Freitag schloss das Papier bei 1.145,00 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Nun wartet der nächste Termin: der Halbjahresbericht am 6. August.
US-Armee erweitert Logistik-Auftrag
Die US-Tochter American Rheinmetall hat einen weiteren Zuschlag der US-Armee erhalten. Es geht um „Project Sustainment“ – die Weiterentwicklung autonomer Logistik für die US-Streitkräfte. Der Auftrag baut eine bestehende Partnerschaft aus.
Solche Programme binden Rheinmetall oft über Jahrzehnte an US-Beschaffungsstellen. Der Konzern stärkt damit seine Position im weltweit größten Verteidigungsmarkt – und das jenseits klassischer Waffensysteme.
Fregatten-Auftrag stützt die Marge
Parallel dazu sicherte sich Rheinmetall die Modernisierung der F123-Fregatten der Deutschen Marine. Das Volumen liegt im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Nach der Integration des Segments Naval Systems im vergangenen Jahr zeigt der Auftrag: Rheinmetall wird zum Komplettanbieter für alle Teilstreitkräfte.
Die Modernisierung umfasst komplexe Elektronik- und Sensorsysteme. Solche Systemintegrationen bringen in der Regel höhere Margen als reine Stahlproduktion.
Analysten sehen viel Luft nach oben
Unter neun Analysten empfehlen acht die Aktie zum Kauf, einer rät zum Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 1.638,89 Euro – deutlich über dem aktuellen Kurs. Bernstein Research traut dem Papier sogar 1.900,00 Euro zu, Jefferies bleibt mit 1.300,00 Euro vorsichtiger.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.007,00 Euro ist die Aktie noch weit entfernt. Zum 50-Tage-Durchschnitt bei 1.107,87 Euro hat sie aber wieder aufgeschlossen.
Der Blick richtet sich auf den 6. August
Vorläufige Zahlen hatten bereits ein Rekordumsatzwachstum signalisiert. Das operative Ergebnis lag bei 562 Millionen Euro – rund 20 Prozent über den Erwartungen des Marktes. Am Donnerstag will Rheinmetall die Details nachliefern.
Zwei Punkte stehen dabei im Zentrum:
- Free Cashflow: Vorratsaufbau und verschobene Anzahlungen hatten den operativen Cashflow zuletzt belastet.
- Margen-Ausblick: Die operative Marge liegt bei rund 19 Prozent. Ob Rheinmetall sie trotz massiver Kapazitätsausweitungen in neuen Werken halten kann, bleibt offen.
Bestätigen die detaillierten Zahlen den Optimismus der vorläufigen Meldung, könnte die Aktie ihren Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 1.473,94 Euro weiter verringern. Aktuell liegt dieser Abstand bei rund minus 22 Prozent.
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