Die Aktie von Rheinmetall sorgte am Donnerstagvormittag für den großen Knall. In den vergangenen drei Tagen waren die Papiere des Rüstungskonzerns bereits drei Mal unter die psychologisch wichtige Marke von 1.000 Euro gefallen, hatte sich aber immer wieder gefangen. Den Mittwoch beendete die Rheinmetall-Aktie im Xetra-Handel bei 1.003 Euro. Doch dann veröffentliche das Unternehmen seine Quartalszahlen – und es begann der große Ausverkauf.
Rheinmetall-Aktie reagiert auf gekürzte Jahresprognose
Nach Eröffnung des Xetra-Handels fiel die Aktie von Rheinmetall wie ein Stein, rutschte zeitweilig um gut 18 Prozent bis auf 818 Euro, bevor sie sich wieder etwas fing. Dabei war Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, mit sich im Reinen: „Wir haben ein sehr gutes Wachstum bei hoher Profitabilität und sind damit im Branchenvergleich auch international führend“, sagte er. „Die gute Auftragslage gibt uns die Möglichkeit, unsere Kapazitäten nachhaltig auszubauen.“ Und in der Tat:
- Der Konzernumsatz in den ersten neun Monaten kletterte um 38 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro
- Das operative Konzernergebnis war mit 1,339 Milliarden auf einem neuen Höchstwert (+69%)
- Die operative Ergebnismarge im Konzern wurde von 13,1 auf 16,0 Prozent gesteigert
Warum dann die Panik? Es war der letzte Absatz im Quartalsbericht, der aufschreckte: Rheinmetall passe die Jahresprognose für 2026 aufgrund von Projektverschiebungen an, hieß es.
Rheinmetall-Aktie knapp 60 Prozent unter Rekordhoch
Die Kürzung resultiere „aus Verzögerungen im Projekt Arminius der Bundeswehr, das sich in der finalen Verhandlungsphase befindet und erst im kommenden Jahr beauftragt werden kann, wie auch aus absehbaren Verzögerungen bei der Abnahme von Produktionslosen von Artilleriemunition“. Für den Umsatz 2026 erwartet Rheinmetall nun rund 13,2 Milliarden Euro statt der bisher avisierten 13,7 bis 14,2 Milliarden (Vorjahr: 9,9 Milliarden). Ob dies eine derartig heftige Reaktion rechtfertigt, ist zumindest fraglich. Die Aktie hat seit ihrem Höchststand im September 2025 inzwischen knapp 60 Prozent an Wert eingebüßt.
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