Liebe Leserinnen und Leser,
im Gegensatz zu gestern blieb die Aktie von Rheinmetall relativ ruhig. Sie gewann nur noch 0,55 % und kam auf einen Kurs von 1.174,60 Euro. Das kann auf gar keinen Fall reichen, um einen Durchbruch zu realisieren. Zum GD100 fehlen 4,4 %, zum GD200 sind es 19 %. Die Aktie hat innerhalb von fünf Handelstagen zwar 0,88 % gewonnen. Das reicht auf gar keinen Fall für einen Durchbruch, auch wenn in den vergangenen vier Wochen ein Aufschlag von 21,3 % erreicht worden war.
Die Notierungen sind weiterhin in einem sehr starken Abwärtstrend. Für Rheinmetall zeigt sich, dass die Märkte ausgesprochen verunsichert sind. Was heißt das konkret? Rheinmetall ist wie andere Rüstungsunternehmen derzeit immer noch unabhängig von den eigenen Zahlen auf dem Weg nach unten.
So hatte die Aktie durch die jüngsten Aktivitäten zwar einen Börsenwert in Höhe von 54,49 Milliarden Euro erreicht. Das reicht allerdings nicht, um auch nur annähernd attraktiv zu erscheinen. Der Aufwärtstrend ist weit entfernt. Dem Papier fehlen, wie beschrieben, noch teilweise mehrere hundert Euro, um in einen technischen Aufwärtstrend zu gelangen.
Auch Charttechniker sind hier ausgesprochen skeptisch. Die Aktie müsste mindestens 1.200 Euro überwinden, um eine Chance zu erhalten, in Richtung eines klaren Aufwärtstrends zu marschieren.
Die Rüstungsaktien bleiben vergleichsweise schwach
Die Nachrichtenlage zeigt sich immer noch nicht besonders verändert. An sich hätten Rüstungsaktien insgesamt deutlich aufwärts springen müssen. Am Donnerstag hatte TKMS in Richtung Rekordhoch zugeschlagen. Die Notierungen von Rheinmetall, Hensoldt und Renk sind teilweise relativ schwach geblieben. Rheinmetall hat nicht davon profitiert, dass TKMS die Börse hat anziehen können.
Immerhin hat Rheinmetall zuletzt Quartalszahlen vorgelegt, die vielleicht an guten Tagen noch nachhallen können. So war der Umsatz im vergangenen Quartal um 69,8 % nach oben geklettert. Das reichte natürlich noch nicht, um einen Umschwung an den Märkten zu produzieren. Allerdings hat das Unternehmen damit einen kleinen Achtungserfolg erzielt, insofern der Kurs an der Börse zwischenzeitlich auch nach oben gegangen war.
Die Zahlen sind ein Indikator dafür, dass es dem Unternehmen noch immer gut geht. Rheinmetall konnte den Ausfall des Fregattenprogramms F-120 relativ gut wegstecken. Rheinmetall selbst hatte angegeben, dass dieser Umstand bei einem erwarteten Umsatz von jetzt circa 14 Milliarden Euro bis zu 300 Millionen Euro Umsatz kosten könne. Das ist nicht wenig, allerdings offensichtlich auch nicht entscheidend.
Das wirtschaftliche Ergebnis des Unternehmens konnte sich im Vergleich annähernd verdoppeln und erreichte 562 Millionen Euro. Das war deutlich mehr als erwartet. Rund 470 Millionen Euro hatten die Analysten erwartet. Insofern hat Rheinmetall auch hier gepunktet.
Die operative Marge steigt
Entscheidend ist vielleicht sogar mittelfristig die operative Marge des Unternehmens. Sie wird im laufenden Jahr auf 19 % klettern, hatte Rheinmetall angekündigt. Der Markt schien lange Zeit nach den Vorjahreszahlen skeptisch zu sein. Jetzt wurde für das zweite Quartal eine operative Marge in Höhe von 17,1 % gemeldet.
Das bedeutet, dass die Profitabilität von Rheinmetall doch deutlich höher ist, als die Märkte wahrscheinlich gedacht haben. Auch dies reicht am Ende nicht, um die Märkte bei dieser Aktie massiv zu treiben. Am Ende der laufenden Woche zählt quasi der reine Trend.
Das Unternehmen hat noch nicht einmal mit dem neuen Auftragsbestand richtig nachhaltig punkten können. Rheinmetall gab einen Rekordauftragsbestand in Höhe von 80,4 Milliarden Euro an. Das reichte ganz offensichtlich nicht, um die Börsen zu einem höheren, nachhaltigen Kursgewinn zu animieren.
Rheinmetall baut weiter aus
Das Unternehmen wird in den nächsten Jahren die Auftragsvolumina noch einmal erweitern. Dafür stehen nicht nur die selbst geäußerten Erwartungen von Rheinmetall, sondern auch die jüngeren Projekte, die immer wieder gemeldet wurden. Die Bundeswehr zählt zu den Kunden, ein amerikanischer Raketenhersteller zählt zu den Kunden, und Rheinmetall hat auch einen Deal geschlossen, bei dem es um die Entwicklung der Produktion für die Überwachung aus dem Weltraum geht.
Das zeigt alles, dass das Unternehmen aktuell auf Wachstumskurs ist, was den Umsatz betrifft. Es zeigt auch, dass das Unternehmen auf Wachstumskurs ist, was die Gewinnentwicklung betrifft.
Fraglich bleibt am Ende aus Sicht der Analysten und vor allem natürlich der Investoren offensichtlich lediglich, ob es Rheinmetall gelingt, die dafür benötigten Kapazitäten tatsächlich aufzubauen.
Rheinmetall hatte zuletzt eine vorrangige und unbesicherte Anleihe über einen Betrag in Höhe von 500 Millionen Euro ausgegeben. Die Laufzeit bis 2031 und der Zinskupon in Höhe von 3,375 % sind nicht sonderlich attraktiv. Allerdings möchte das Unternehmen dieses Kapital offensichtlich nutzen, um Kapazitäten aufzubauen.
Das bedeutet letztlich, dass Rheinmetall selbst signalisiert, Kapital zu benötigen. Die vorgestellten Konditionen sind aus Sicht des Unternehmens nicht so schlecht, dass man befürchten müsste, dass hier weitere Eskalationen zu erwarten sind.
Analysten sehen rund 1.696 Euro
Rheinmetall Aktie Chart
Analysten sind weiterhin der Meinung, dass die Aktie einen deutlichen Kursgewinn verzeichnen kann. Rund 1.696 Euro werden derzeit als mittleres Kursziel angegeben. Das ist weiterhin attraktiv. Das Papier kann dem derzeit noch nicht folgen.
Selbst neue Nachrichten wie die jüngsten Quartalszahlen haben noch keinen massiven Beitrag dazu geleistet, dass es Rheinmetall besser gehen könnte. Insofern gilt es hier, noch etwas abzuwarten. Der letzte Impuls fehlt noch.
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