Rheinmetall kommt an den Börsen einfach nicht mehr auf die Beine. Auch zum Ende der vergangenen Woche blieb die Aktie schwach und notierte zuletzt zwischen 935 und 939 Euro. Am Freitag ging es je nach Börsenplatz um 0,45 % nach oben oder um 0,39 % nach unten. Damit steht das Papier weiterhin unmittelbar vor dem jüngsten Tief bei 926,20 Euro. Seit Jahresbeginn hat Rheinmetall inzwischen 41,38 % an Wert verloren. Das ist umso bemerkenswerter, als die wirtschaftlichen Zahlen des Unternehmens eigentlich eine ganz andere Entwicklung erwarten lassen könnten.
Rheinmetall sollte alle Chancen haben
Noch zu Beginn des Jahres hatte die Aktie Kurse von mehr als 1.900 Euro erreicht. Seither ging es nahezu durchgehend abwärts. Ende Juni fiel Rheinmetall unter die Marke von 1.000 Euro und näherte sich zeitweise sogar der Schwelle von 900 Euro. Damals hatte unter anderem die Entwicklung rund um einen großen Auftrag im Zusammenhang mit dem F126-Projekt für erhebliche Verunsicherung gesorgt. Anschließend erholte sich die Aktie zunächst wieder und stieg zwischenzeitlich auf etwas mehr als 1.200 Euro. Doch auch diese Erholung hielt nicht lange an.
Inzwischen notiert Rheinmetall erneut unter 950 Euro. Charttechniker sehen darin einen ausgeprägten Abwärtstrend, der bislang keine nachhaltige Wende erkennen lässt. Zur 200-Tage-Linie fehlen nach den zuletzt genannten Berechnungen ungefähr 400 Euro. Schon die Rückeroberung der Marke von 1.000 Euro wäre deshalb ein wichtiger erster Schritt.
Rheinmetall Aktie Chart
Dabei verfügt Rheinmetall über einen gewaltigen Auftragsbestand. Im ersten Halbjahr waren die Bestellungen um mehr als 40 % gestiegen und hatten mit 80,5 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert erreicht. Auch die operative Gewinnentwicklung fiel ausgesprochen stark aus. Der Gewinn legte um rund 115 % auf 562 Millionen Euro zu.
Wichtig ist auch die jüngste Nachricht aus dem Unternehmen. Rheinmetall hat seine syndizierte Kreditlinie von 750 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro verdoppelt. Zudem wurden weitere internationale Bankpartner gewonnen. Damit steht dem Konzern deutlich mehr finanzieller Spielraum zur Verfügung, um die notwendigen Investitionen voranzutreiben.
An den Aktienmärkten wurde diese Verbesserung allerdings nur kurzzeitig honoriert. Die grundsätzlichen Zweifel an der weiteren Entwicklung sind damit noch nicht verschwunden. Nur Analysten sind trotz einer schwachen Einschätzung durch die Berenberg insgesamt noch zuversichtlich. Die Kursziele liegen weit oberhalb von 1.500 Euro.
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