Rheinmetall hat einen wichtigen Meilenstein beim Ausbildungsprogramm für den neuen Schweren Waffenträger Infanterie (sWaTrg Inf) erreicht. Das Ausbildungsgerät „Schieß- und Gefechtsausbildung schwerer Waffenträger Infanterie“ (AGSW) hat den sogenannten Factory Acceptance Test erfolgreich bestanden. Damit kann die Ausbildung der Soldaten bereits beginnen, während die ersten Fahrzeuge noch an die Truppe ausgeliefert werden.
Rheinmetall-Aktie: Ausbildung parallel zur Fahrzeugbeschaffung
Besonders bemerkenswert ist, dass Ausbildung und Fahrzeugentwicklung von Anfang an gemeinsam geplant wurden. Bereits 2022 hatten Bundeswehr und Industrie vereinbart, Schulungssysteme möglichst vor der breiten Einführung des Fahrzeugs bereitzustellen. Die Entwicklung des Simulators begann Anfang 2024 und wurde im Juli 2026 abgeschlossen.
Das erste AGSW-System soll noch im Herbst 2026 an die Infanterieschule übergeben werden. Insgesamt sind fünf Systeme vorgesehen, die bis Mitte 2027 an die Nutzer ausgeliefert werden sollen.
Rheinmetall-Aktie: Hochrealistische Simulation senkt Kosten und beschleunigt Ausbildung
Der Simulator bildet Fahrzeugfunktionen, Bedienabläufe, Fahrverhalten, Waffenwirkung und Ballistik realitätsnah ab. Das System besteht aus vier Kampfräumen sowie einer Leit- und Auswertestation. Trainiert werden können einzelne Besatzungsmitglieder, vollständige Fahrzeugbesatzungen und sogar komplexe taktische Einsatzszenarien auf Zugebene.
Zudem lassen sich die Simulatoren mit weiteren Ausbildungssystemen vernetzen. Dadurch kann auch das Zusammenspiel zwischen Fahrzeugbesatzungen und abgesessener Infanterie geübt werden.
Für Anleger zeigt das Projekt einen wichtigen Trend im Verteidigungsmarkt: Moderne Ausbildungs- und Simulationslösungen werden zunehmend zu einem eigenständigen Geschäftsfeld neben Fahrzeugen und Waffensystemen. Armeen wollen die Einsatzbereitschaft schneller erhöhen, Ausbildungskosten senken und wertvolle Plattformen möglichst wenig für Trainingszwecke binden.
Rheinmetall profitiert dabei doppelt: Das Unternehmen liefert nicht nur den Schweren Waffenträger Infanterie, sondern auch die dazugehörige Trainingsinfrastruktur. Dadurch entstehen zusätzliche Umsätze über den gesamten Lebenszyklus des Systems hinweg und eine engere Bindung an den Großkunden Bundeswehr.
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