Rheinmetall-Aktie: Geht wirklich alles den Bach runter?

Rheinmetall steht wegen der künftigen Profitabilität neuer Geschäftsfelder im Fokus, während Analysten die Aktie weiterhin unterschiedlich bewerten.

Auf einen Blick:
  • Aktienkurs fällt unter 1.000 Euro
  • J.P. Morgan warnt vor Gegenwind
  • Goldman Sachs bestätigt 2.300-Euro-Kursziel
  • Neue US-Systeme ohne Auftragswert

991,60 lautet der Kurs der Aktie von Rheinmetall am Wochenende. Damit war die Marke von 1.000 Euro gefallen. Im Oktober 2025 hatte sie noch 2.008 Euro gekostet.

Rheinmetall: Die Daumen gehen nach unten!

Der jüngste Gegenwind kommt von J.P. Morgan. Die Bank geht mit einer „Negative Catalyst Watch“ in den Kapitalmarkttag im November. Dabei geht es nicht um fehlende Aufträge, sondern um die Frage, wie profitabel der künftige Umsatzmix sein wird.

Klassische Produkte wie Munition und bemannte Fahrzeuge liefern höhere Margen. Ein größerer Teil des Wachstums soll künftig aus Drohnen, autonomen Systemen und Raumfahrt kommen. Dort arbeitet Rheinmetall häufiger mit Partnern. Das kann dazu führen, dass hohe Programmvolumina nur teilweise in der eigenen Gewinnrechnung auftauchen.

Wie unterschiedlich die Aktie eingeschätzt wird, zeigte erst der Dienstag. Goldman Sachs bestätigte 2.300 Euro Kursziel. Selbst unter deutlich schlechteren Annahmen für das Munitionsgeschäft ab 2030 errechnet die Bank noch 1.450 Euro fairen Wert.

Rheinmetall Aktie Chart

Neue US-Projekte passen bereits in den veränderten Produktmix. Rheinmetall liefert dem U.S. Marine Corps autonome Mission-Master-SP-Fahrzeuge und amphibische Kits. Ein Auftragswert fehlt bislang. Die Systeme können bis zu 600 Kilogramm Nutzlast aufnehmen und sind für autonome Missionen ausgelegt. Für Anleger ist das ein technologischer Referenzpunkt, aber noch keine bezifferbare Ergebnisgröße.

Auch die Börsenbewertung bleibt ein harter Maßstab. Bei rund 1.014 Euro liegt der Börsenwert bei etwa 47,4 Milliarden Euro. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 2.008 Euro zeigt, wie stark der Markt frühere Erwartungen bereits zurückgenommen hat.

Im November muss Rheinmetall genauer beziffern, was aus den neuen Geschäftsfeldern tatsächlich an Umsatz und Ergebnis im Konzern verbleibt.

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