Liebe Leserin, lieber Leser,
in fast schon inflationärer Weise wird aktuell in Berichten gefragt, wann es bei der Aktie von Rheinmetall denn endlich losgehe. Kurze Antwort: Das weiß kein Mensch. Die operativen Voraussetzungen für den Rüstungskonzern sind weiter gut, die Analysten haben hohe Kursziele aufgerufen. Nur die Rheinmetall-Aktie will dem bislang nicht folgen, im Gegenteil. Am Montag war sie auf bis zu 1.724 Euro zurückgefallen, den tiefsten Stand seit Anfang Januar. Dabei gab es zum Wochenbeginn gute Nachrichten. Im Norden Europas geht es für das Unternehmen nun wirklich los.
Rheinmetall beliefert Dänemark mit Munition
Rheinmetall sei vom EU- und NATO-Mitglied Dänemark mit der Munitionsversorgung beauftragt worden, heißt es in einer Mitteilung vom Montag. Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie sei am 30. Januar 2026 ein großvolumiger Rahmenvertrag erteilt worden. Dieser hat laut Rheinmetall eine Laufzeit von sieben Jahren. Er umfasst demnach die Versorgung mit mehreren Munitionstypen. Hierzu zählen Mittelkalibermunition für Schützen- und Flugabwehrpanzer, 120-mm-Munition für Kampfpanzer und 155-mm-Muniton für die Artillerie. Und die Lieferungen werden bald beginnen:
- Zu den ersten Abrufen im Bereich der Mittelkalibermunition gehören verschiedene Patronensorten in den Kalibern 30 mm x 173 und 35 mm x 228
- Die Gesamtzahl liegt in einem hohen fünfstelligen Bereich, der Auftragswert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich
Im Bereich der 120-mm-Panzermunition wird Rheinmetall mehr als 1.000 Patronen KE-Wuchtmunition liefern. Dieser Auftragswert liegt laut Mitteilung im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Man sei „dankbar für das Vertrauen, das Dänemark in uns bei der Munitionsversorgung hat“, so Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG. Rheinmetall sehe sich „in seiner Rolle als einer der führenden Munitionshersteller weltweit bestätigt“, wie er betonte.
Niederlande bestellen Handgranaten in Düsseldorf
Und in der Tat: Der Deal mit Dänemark ist lediglich der nächste des Düsseldorfer Konzerns. Erst am Freitag gab Rheinmetall bekannt, dass man einen neuen, mehrjährigen Rahmenvertrag über die Fertigung von Handgranaten mit den niederländischen Streitkräften abgeschlossen habe. Nach vorherigen Rahmenverträgen von u.a. 155-mm-Artillerie- und 40-mm-Munition, umfasse dieser nun die Lieferung von rund 15 verschiedenen Typen von Handgranaten aus mehreren Rheinmetall-Produktionsstätten in Deutschland und Europa.
Der Rahmenvertrag wurde demnach für eine Laufzeit von fünf Jahren mit einer Option auf Verlängerung um weitere zwei Jahre geschlossen und habe einen Auftragswert im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. „Er ermöglicht der Niederländischen Armee eine flexible und bedarfsgerechte Beschaffung unterschiedlicher Handgranatentypen über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg“, heißt es.
Rheinmetall-Aktie gab zuletzt deutlich nach
Nur die Anleger reagieren auf derlei Erfolgsnachrichten mittlerweile nicht mehr positiv. Am Freitag fiel die Rheinmetall-Aktie sogar von zuvor 1.805 auf 1.776 Euro. Es ist ungefähr das Niveau, auf dem die Papiere nach einem Plus von zwei Prozent am Dienstagvormittag auch aktuell notieren. Seit ihrem Zwischenhoch, ausgebildet am 19. Januar bei einem Kurs von 1.963 Euro, haben sie damit aber noch immer knapp zehn Prozent abgegeben:
Rheinmetall Aktie Chart
Analysten mit hohen Kurszielen für Rheinmetall
An den Analysten liegt das nicht, diese sind allesamt davon überzeugt, dass Rheinmetall seinen Börsenwert mittelfristig deutlich steigern wird. Das durchschnittliche Kursziel liegt laut aktien-guide derzeit bei 2.244 Euro – und damit 30 Prozent über dem aktuellen Kursstand.
- 21 Analysten empfehlen die Aktie aktuell zum Kauf
- vier raten zum Halten, kein einziger zum Verkauf
Doch so viel Optimismus bleibt im Moment ohne Wirkung. Das war vor genau einer Woche nur kurz anders: Von zuvor 1.790 Euro schob sich die Rheinmetall-Aktie damals bis auf 1.846 Euro, gab danach allerdings schnell wieder ab. Dass die Düsseldorfer in Italien ein ganz neues Kapitel aufgeschlagen hatten, auch das beeindruckte an den Märkten nur kurz.
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