Rheinmetall-Aktie: Ganz plötzlich geht es!

Berenberg kürzt Umsatz- und Gewinnerwartung für 2030; RBC hält an Kaufurteil und Kursziel von 1.600 Euro fest.

Auf einen Blick:
  • Rheinmetall-Aktie legt rund 2,3 Prozent zu
  • Berenberg stuft auf Halten herab
  • Kursziel sinkt auf 1.020 Euro
  • RBC bestätigt Kaufempfehlung und 1.600 Euro

Immerhin rund 2,3 % schaffte die Rheinmetall am Montag. Die Aktie rettete sich etwas auf die Marke von 960 Euro aufwärts. Gut ist das noch lange nicht, allerdings hat sich die Situation leicht verbessern: 900 Euro als Kursunterstützung werden nicht getestet.

Rheinmetall: Die Stimmung ist nicht gelöst

An der Börse löste diese Nachricht allerdings nur kurzfristig Erleichterung aus. Die Investoren fragen offenbar nicht allein danach, ob Rheinmetall die vorhandenen Aufträge bewältigen kann. Sie zweifeln zunehmend auch daran, wie schnell das Geschäft nach der laufenden Aufrüstungsphase weiterwachsen wird.

An diesem Punkt setzt die jüngste Herabstufung durch Berenberg an. Die Analysten senkten ihre Empfehlung von „Kaufen“ auf „Halten“ und reduzierten das Kursziel drastisch von 1.600 auf 1.020 Euro.

Berenberg hatte dafür ein eigenes Bottom-up-Modell mit 74 öffentlich bekannten Verträgen überarbeitet. Das Ergebnis: Sobald sich die großen europäischen Aufträge nach 2030 stabilisieren, wären deutlich mehr neue Verträge erforderlich, um das bisher erwartete Wachstum fortzusetzen. Deshalb kürzten die Analysten ihre Umsatzprognose für 2030 um 6 % und ihre Gewinnerwartung um 8 %.

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Die schwache Aktienentwicklung dürfte nach Einschätzung von Berenberg zwar bereits einen Teil dieser Risiken widerspiegeln. Dennoch könnten die langfristigen Wachstumsaussichten die Bewertung weiter belasten. Andere Analysten beurteilen die Situation erheblich optimistischer. RBC bekräftigte seine Kaufempfehlung und beließ das Kursziel bei 1.600 Euro. Insgesamt liegt die durchschnittliche Analystenschätzung trotz zwischenzeitlicher Abwärtskorrekturen noch immer bei 1.580,33 Euro. Ausgehend von den jüngsten Kursen entspricht dies einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von rund 68,3 %.

Die Spannweite der Einschätzungen zeigt, worüber die Börse derzeit tatsächlich streitet. Während Berenberg die langfristige Wachstumsdynamik kritischer beurteilt, setzen andere Experten weiterhin auf die hohen Auftragsvolumina, steigende Gewinne und den fortschreitenden Ausbau der Produktionskapazitäten. Am Ende sind die Experten weiterhin zuversichtlich. Am 5.11. folgen die passenden Quartalszahlen.

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