Das deutsche Verteidigungsministerium hat das F126-Fregattenprogramm überraschend abgesagt. Für Rheinmetall bedeutet das einen herben Rückschlag. Der Konzern rechnet im laufenden Jahr 2026 durch die Stornierung mit einem Umsatzverlust von bis zu 300 Millionen Euro.
Der Dämpfer trifft das Unternehmen mitten in einer starken Wachstumsphase. Rheinmetall steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um mehr als 60 Prozent. Allerdings verfehlt der Konzern sein Ziel für neue Aufträge deutlich. Das sogenannte „Rheinmetall Nomination“-Volumen sollte ursprünglich 20 Milliarden Euro erreichen. Nun erwartet das Management nur noch einen Wert im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich.
Andere Segmente laufen indes besser. Im April sicherte sich der Rüstungskonzern erste Aufträge für Loitering-Munition. Ein rumänisches Auftragspaket folgte im Mai. Die Börse reagierte zuletzt robust auf die gemischte Nachrichtenlage. Die Rheinmetall-Aktie schloss am Freitag bei 1.097,00 Euro. Auf Wochensicht legte das Papier um beachtliche 16,63 Prozent zu.
Kritik an der Bundesregierung
Konzernchef Armin Papperger wählt derweil deutliche Worte. Auf dem WELT-Sicherheitsgipfel Anfang Juli kritisierte er die Rüstungspolitik der Bundesregierung scharf. Er fordert mehr Tempo und verbindliche Verträge für die heimische Industrie. Die Politik habe die Branche in der Vergangenheit oft vernachlässigt. Die Folge: eine starke politische Abhängigkeit von den USA.
Warten auf die August-Zahlen
Trotz der jüngsten Kurserholung bleibt das Marktumfeld nervös. Seit Jahresbeginn verbucht die Aktie ein Minus von rund 31 Prozent. Parallel dazu schwankt der Kurs extrem. Die annualisierte Volatilität erreicht hohe 69 Prozent.
Das Management muss nun Klarheit schaffen. Am 6. August 2026 veröffentlicht Rheinmetall die Ergebnisse für das zweite Quartal. An diesem Tag präsentiert der Vorstand ein detailliertes Update zu den Folgen der F126-Absage. Dann stellt das Unternehmen konkrete Maßnahmen vor, um die finanzielle Lücke aus dem geplatzten Fregattenprogramm zu schließen.
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