Rheinmetall-Aktie: Das ist extrem heikel!

Die Aktie von Rheinmetall erweist sich als aktuell stabil, allerdings auf niedrigem Niveau. Dabei kommt etwa die Bundeswehr kaum mehr am Rüstungsunternehmen vorbei.

Auf einen Blick:
  • Rheinmetall entwickelt sich laut eines Experten zum „Google der Rüstungsbranche“
  • Kaum jemand kommt am Unternehmen, das sein Portfolio ausbaut, noch vorbei
  • Doch die Aktie der Düsseldorfer notiert weiter deutlich unter ihren Höchstständen
  • Die Analysten sind sich einig, dass die Papiere zu sehr abgestraft worden sind

Liebe Leserin, lieber Leser,

die gute Nachricht vorab: Seit genau einer Handelswoche hält sich die Aktie von Rheinmetall durchgehend bei einem Kurs von mehr als 1.200 Euro. Die schlechte: Dazugewonnen haben die Papiere des Rüstungskonzerns seitdem kaum. 1.235 Euro standen am Dienstag der Vorwoche auf dem Kurszettel der Rheinmetall-Aktie, aktuell sind es 1.247 Euro. Dabei stand das Unternehmen im Oktober 2025 schon einmal bei gut 2000 Euro, hat operativ eigentlich beste Voraussetzungen für wieder steigende Kurse, wenngleich diese politisch extrem heikel sind.

Rheinmetall als das „Google der Rüstungsbranche“

Denn Rheinmetall hat längst nicht mehr nur Panzer und Munition im Portfolio, der Düsseldorfer Konzern setzt mittlerweile auch auf Drohnen- und Satellitensysteme. Hinzu komme die Übernahme der Marinewerft NVL Anfang des Jahres, heißt es auf Börse Online. „Dadurch soll Rheinmetall in der Luft, zu Land und zu Wasser zum stärksten Rüstungskonzern wachsen.“ Doch genau daraus erwächst auch eine Gefahr, Kartellexperten sehen die wachsende Marktmacht von Rheinmetall in vielen Rüstungsbereichen mit zunehmender Sorge, heißt es beim Wirtschaftsmagazin Capital.

„Die ,Zeitenwende‘ bringt gerade einzelne Akteure in eine entscheidende Funktion, die sich noch über Jahre auszahlen kann. Das kann künftig zu starken Abhängigkeiten führen“, wird Rupprecht Podszun, Jura-Professor an der Universität in Düsseldorf und Mitglied der Monopolkommission, in einem Beitrag zitiert. Rheinmetall habe das Potenzial, „sich zu einer Art Google der Rüstungswirtschaft zu entwickeln“. Schon jetzt könne der Konzern seine Marktposition ausspielen, warnt dem Bericht zufolge der Experte.

  • In der Tat hat etwa die die Bundeswehr in einigen Bereichen bereits jetzt keine wirklichen Alternativen zu Rheinmetall
  • „Insbesondere bei Artilleriemunition verfügt der Dax-Konzern in Deutschland über eine marktdominierende Stellung“

Aktie profitierte zuletzt nicht von Vormachtstellung

Und doch konnte das Unternehmen zuletzt kaum von dieser Vormachtstellung profitieren, zumindest nicht an der Börse. Ungeachtet der politischen Dimension haben Analysten ihre Prognosen für Rheinmetall in den letzten Wochen zwar teilweise deutlich zurückgefahren, allerdings bei weitem nicht so stark. So hatte etwa die schweizer UBS das Kursziel für die Aktie zuletzt von 2200 auf 1600 Euro gesenkt, die Einstufung allerdings auf „Buy“ belassen. Kein Wunder, sieht Analyst Sven Weier doch weiterhin Kurspotenzial von knapp 30 Prozent.

Der Experte sieht zwar die Rüstungsausgaben längerfristig immer mehr in neue Technologien fließen, Rheinmetall könne aber in der Zwischenzeit immer noch „von hybriden Lösungen profitieren“, wie er laut Medienberichten schrieb. Dies sei im deutlich korrigierten Kursniveau „überhaupt nicht mehr eingepreist“. Der Kurs berücksichtige kein Wachstum im Munitionsgeschäft über dieses Jahr hinaus und habe auch den Transporter Boxer ausgepreist, so Weier.

Kursziele für die Rheinmetall-Aktie bleiben hoch

Doch der UBS-Analyst ist bei weitem nicht der einzige, der Rheinmetall an der Börse noch einiges zutraut. Im Vergleich ist er sogar noch ausgesprochen vorsichtig, wenn man die zuletzt aufgerufenen Prognosen auflistet, so wie es finanzen.net getan hat:

  • Barclays: 2035,00 EUR   +63,30%, 22.05.2026
  • Jefferies: 1890,00 EUR, +51,66%, 22.05.2026
  • Bernstein Research: 1900,00 EUR, +52,46%, 14.05.2026
  • Deutsche Bank AG 2100,00 EUR ,+68,51%, 08.05.2026

Barclays-Analyst erkennt „positive Botschaften!

Insbesondere Afonso Osorio von der britischen Investmentbank Barclays bleibt Optimist: Er hatte die Einstufung für Rheinmetall nach einer hauseigenen Management-Konferenz mit einem Kursziel von 2035 Euro auf „Overweight“ belassen. Es gebe weiterhin „positive Botschaften für das zweite Quartal“, schrieb er Donnerstag vergangener Woche. Doch Anleger warteten weiter darauf, dass der Rüstungskonzern nun auch abliefere. Der Auftragsanstieg, die Kapazitätsinvestitionen und die mehrjährigen Umsatzziele untermauerten „auf lange Sicht eine Investition in die Aktie“.

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