Die Rheinmetall-Aktie legte am Freitagmorgen im frühen Handel um 2,7 % auf 1.206 Euro zu. Ein wirklich nachhaltiger Befreiungsschlag gelang der Aktie zuletzt jedoch nicht. Auf 6-Monats-Sicht blieb mit -22 % ein zweistelliges Minus (Stand: 19.06.2026, 8:45 Uhr).
Dabei hat der Rüstungskonzern kürzlich erneut Fortschritte für eines seiner wichtigsten Wachstumsfelder in Aussicht gestellt. So treibt Rheinmetall den Ausbau seines Munitionsgeschäfts voran.
Rheinmetall-Aktie: Neue Präzisionsmunition Vektrex
Gemeinsam mit dem US-Unternehmen General Atomics Electromagnetic Systems (GA-EMS) prüft das Unternehmen eine transatlantische Zusammenarbeit bei der Produktion der neuen Präzisionsmunition Vektrex. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde auf der Rüstungsmesse Eurosatory 2026 unterzeichnet.
Im Mittelpunkt der Kooperation steht eine lenkbare 155-Millimeter-Munition für moderne Artilleriesysteme. Vektrex soll die Reichweite und Treffgenauigkeit bestehender Geschütze deutlich erhöhen und kann nach Unternehmensangaben in bereits genutzte NATO-Artilleriesysteme mit den Kalibern 39 und 52 integriert werden. Dadurch wären keine grundlegenden Änderungen an vorhandenen Waffensystemen erforderlich.
Hintergrund der Vereinbarung ist die weltweit steigende Nachfrage nach Munition. Viele NATO-Staaten bauen ihre Bestände wieder auf und investieren gleichzeitig in die Modernisierung ihrer Streitkräfte. Rheinmetall und General Atomics sehen Vektrex als vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit, die Reichweite der Artillerie zu erhöhen und moderne Fernkampffähigkeiten bereitzustellen.
Rheinmetall-Aktie: General Atomics verspricht höhere Reichweite
Besonders betont General Atomics die Fähigkeit der Munition, auch in anspruchsvollen Einsatzumgebungen wirksam zu bleiben. Durch ihr aerodynamisches Gleitdesign soll Vektrex eine zwei- bis dreimal höhere Reichweite als herkömmliche Artilleriegeschosse erzielen.
Zudem wird die Munition als preiswertere Alternative zu taktischen Raketensystemen positioniert. Unternehmenschef Scott Forney erklärte, die Zusammenarbeit könne dazu beitragen, die Produktionskapazitäten der NATO-Staaten auszubauen und vorhandene Artilleriesysteme effektiver zu nutzen.
Rheinmetall-Aktie: Munition als Cash-Motor
Zur Einordnung: Das Munitionsgeschäft zählt derzeit zu den attraktivsten Bereichen für Rheinmetall. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben zahlreiche NATO-Staaten ihre Lagerbestände stark aufgestockt und langfristige Beschaffungsprogramme gestartet. Gleichzeitig sind die Produktionskapazitäten in Europa begrenzt, was den Herstellern eine hohe Auslastung und oft mehrjährige Auftragsbestände sichert.
Für Rheinmetall bedeutet dies planbare und relativ schnelle Umsätze, hohe Investitionen der Kunden und gute Wachstumsperspektiven über viele Jahre hinweg – zumal das Munitionsgeschäft traditionell sehr attraktive Margen abwirft.
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