Liebe Leserin, lieber Leser,
die Erholung bei der Aktie von Rheinmetall geht auch am Dienstag im frühen Handel weiter. Bereits am Montag hatten sich die Papiere des Rüstungskonzerns am Handelsplatz Frankfurt von zuvor 1.122 Euro auf 1.170 Euro verbessert, ein Aufschlag von 4,2 Prozent. Aktuell steht die Rheinmetall-Aktie bei einem weiteren Plus von rund 4,4 Prozent auf 1.223 Euro. Dass die Anleger wieder etwas positiver auf den Rüstungstitel schauen, hat zweifellos auch mit einer Nachricht vom Wochenbeginn zu tun. Es geht um einen Milliardenauftrag durch die Bundeswehr.
Rheinmetall Aktie Chart
Bundeswehr bestellt Lkw bei Rheinmetall MAN
Denn laut übereinstimmender Medienberichte will die Bundeswehr beim Rüstungskonzern 2.030 Lastwagen für mehr als eine Milliarde Euro bestellen. Die Lieferung soll laut Handelsblatt bis November 2026 abgeschlossen sein, wie aus einer Vorlage des Finanzministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestages hervorgehe, die der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlag. Konkret sollen die Transportfahrzeuge bei der Rheinmetall-Tochter Rheinmetall MAN Military Vehicles geordert werden, heißt es.
- Rheinmetall MAN Military Vehicles ist ein Joint Venrture von Rheinmetall und dem zum Volkswagen-Konzern gehörenden Lkw-Bauer MAN
- „Mit den Fahrzeugen sollen die Transportkapazitäten und die Mobilität der Truppe für die Landes- und Bündnisverteidigung gestärkt werden“
Der zweite Milliardenauftrag binnen weniger Wochen
Die voraussichtlichen Nutzungskosten für die nun bestellten Lkw werden in dem Dokument demnach über die kommenden 15 Jahre auf ebenfalls etwas über eine Milliarde Euro beziffert, so der Nachrichtensender n-tv. Die Bestellung sei bereits die vierte aus einem bestehenden Rahmenvertrag, der die Lieferung von insgesamt sogar bis zu 6500 Fahrzeugen vorsieht. Bislang seien aus dem Vertrag knapp 1400 Fahrzeuge abgerufen worden.
Es ist bereits der zweite, milliardenschwere Auftrag durch die Bundeswehr innerhalb weniger Wochen. Ende April hatte Rheinmetall mitgeteilt, dass das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) bei der Rheinmetall Electronics GmbH weitere Soldatensysteme „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System“ (IdZ-ES) aus einem Rahmenvertrag abgerufen habe.
Rheinmetall liefert weitere Zugsysteme
Der Auftrag sieht laut Mitteilung die Modernisierung von bestehenden Systemen sowie die Lieferung von weiteren 237 Zugsystemen vor und hat einen Wert von 1,04 Milliarden Euro. Die Beauftragung erfolgte im April, „so dass die Einbuchung im zweiten Quartal 2026 wirksam wird“, so Rheinmetall. Insgesamt habe der Deutsche Bundestag 1,3 Milliarden für das Projekt bewilligt, so dass weitere Abrufe erwartet werden. Die Systeme sollen zwischen November 2027 und Dezember 2029 ausgeliefert werden.
Ein Zugsystem diene zur Ausstattung einer militärische Teileinheit und umfasse überwiegend 35 einzelne Soldatensysteme und eine Zugausstattung an Peripheriekomponenten, so die Mitteilung. Bestehend aus einer erweiterten IT-Ausstattung, Optiken, Optroniken, sowie der Bekleidungs-, Schutz- und Trageausstattung.
Rheinmetall-Aktie von Kurszielen noch weit entfernt
Für die Rheinmetall-Aktie hatte die Nachricht damals allerdings nur kurz positive Auswirkungen – im Gegenteil rutschte sie in den Folgetagen auf ein neues 12-Monats-Tief bei 1.099 Euro, ausgebildet am 13. Mai. Von diesem haben sich die Papiere wieder um rund zehn Prozent abgesetzt.
- Von den Prognosen der Analysten ist die Aktie damit aber noch weit entfernt
- Das durchschnittliche Kursziel liegt laut aktien-guide aktuell bei 2.142 Euro
Erst am Donnerstag hatte das US-Analysehaus Bernstein Research das Kursziel für Rheinmetall nach enttäuschenden Quartalszahlen zwar gesenkt, aber lediglich von 2.050 auf 1.900 Euro. Allerdings müsse der Düsseldorfer Konzern nun „in Sachen Umsatzwachstum und Auftragseingang punkten“, wie es hieß. Ein erster Schritt ist mit dem nächsten Großauftrag durch die Bundeswehr getan.
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