Rheinmetall-Aktie: Ist das endlich der Befreiungsschlag?

Verteidigungsminister Pistorius unterstützt ein viertes Flottendienstboot für Rheinmetall. Die parlamentarische Zustimmung steht noch aus.

Auf einen Blick:
  • Viertes Flottendienstboot in Aussicht
  • Parlamentarische Beratung steht noch aus
  • Drittes Schiff früher auf Kiel gelegt
  • Rheinmetall-Aktie 38 Prozent im Minus

Für Rheinmetall zeichnet sich ein weiterer Auftrag im Marinesegment ab. Bei der Kiellegung des dritten Flottendienstbootes am Werftstandort Wolgast hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius kürzlich angekündigt, die Beschaffung eines vierten Flottendienstbootes der Klasse 424 auf den Weg zu bringen. Das Vorhaben soll nun in die parlamentarischen Beratungen gehen.

Die Ankündigung erfolgte im Rahmen eines weiteren Meilensteins des laufenden Programms. Das dritte Flottendienstboot wurde mehrere Monate vor dem ursprünglichen Zeitplan auf Kiel gelegt. Parallel dazu läuft am Standort Wolgast bereits der Bau eines zweiten Schiffes dieser Klasse.

Rheinmetall-Aktie: Bundeswehr sieht Bedarf für vier Schiffe

Nach Angaben von Boris Pistorius sieht das neue Fähigkeitsprofil der Bundeswehr insgesamt vier Flottendienstboote vor. Bislang befinden sich drei Einheiten im Bau. Die Schiffe dienen der signal- und elektronischen Aufklärung und sollen Informationen aus dem elektromagnetischen Spektrum über Land, Luft und See gewinnen.

Die neuen Einheiten der Klasse 424 sollen ab 2029 schrittweise zur Marine stoßen und die bisherigen Boote der Oste-Klasse ersetzen. Nutzer der gewonnenen Daten sind neben der Marine insbesondere Spezialisten des Bereichs Cyber- und Informationsraum (CIR), die die Aufklärungsergebnisse für das militärische Lagebild auswerten.

Rheinmetall-Aktie: Wichtiger Impuls für den Standort Wolgast

Für den von Rheinmetall betriebenen Werftstandort Wolgast besitzt die Ankündigung auch wirtschaftliche Bedeutung. In den vergangenen Monaten waren Sorgen über die Auslastung der Werft aufgekommen. Ein viertes Flottendienstboot könnte daher zusätzliche Beschäftigung und Planungssicherheit schaffen.

Derweil hat Rheinmetall-Boos Armin Papperger die Ambitionen von Rheinmetall im Marineschiffbau weiter unterstrichen. Der Konzern will sich demnach nicht nur bei der Bundeswehr, sondern auch bei internationalen Kunden stärker als Anbieter moderner Marineschiffe positionieren.

Rheinmetall-Aktie: Neue Hoffnung nach F126-Debakel

Zur Einordnung: Die Entscheidung für das vierte Flottendienstboot ist noch nicht endgültig, da die parlamentarische Zustimmung aussteht. Die öffentliche Unterstützung durch den Verteidigungsminister ist jedoch ein starkes Signal. Für Rheinmetall, dessen neue Marinesparte durch den Stopp des Fregattenprogramms F126 im Juni unter Druck geriet, dürfte es nun neue Wachstumshoffnung geben.

Die Rheinmetall-Aktie stand am Dienstagmorgen auf 6-Monats-Sicht mit 38 % im Minus (Stand: 15.09.2026, 8:45 Uhr).

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