Die Rheinmetall-Aktie zeigte sich am Montagmorgen trotz des Gegenwinds für den Dax freundlich. So stieg der Rüstungs-Titel leicht um 0,5 % auf 1.198 Euro. Die Verluste von letzter Woche konnte die Rheinmetall-Aktie damit jedoch längst nicht vollständig kompensieren (Stand: 08.06.2026, 8:30 Uhr).
Derweil hat Rheinmetall einen wichtigen strategischen Meilenstein gemeldet. So hat der Düsseldorfer Konzern den Verkauf seiner zivilen Division Power Systems an die Münchener Industriegruppe AEQUITA besiegelt. Der vorläufige Kaufpreis beträgt 350 Millionen Euro. Mit dem Schritt vollzieht Rheinmetall die letzte große Stufe seiner Transformation zum reinen Verteidigungsunternehmen.
Rheinmetall-Aktie: Zwei-Milliarden-Sparte wechselt den Besitzer
Die Division Power Systems erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro und beschäftigt weltweit rund 6.250 Mitarbeiter. Sie umfasst die traditionsreichen Marken Pierburg, Kolbenschmidt und Motorservice – allesamt Zulieferer für die Automobilindustrie mit Schwerpunkt auf Motorkomponenten und Filtrationssystemen.
AEQUITA übernimmt alle Beschäftigten und will das Unternehmen als eigenständige Organisation weiterführen. Die Markenrechte verbleiben im Unternehmen. Der Abschluss der Transaktion ist für das vierte Quartal 2026 geplant und steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
Rheinmetall-Chef Armin Papperger bezeichnete den Schritt als firmenhistorisch bedeutend: Man konzentriere sich künftig auf das margenstarke Geschäft mit militärischen Kunden, wo hervorragende Wachstumschancen bestünden. Mit AEQUITA habe man einen Käufer gefunden, der sowohl Erfahrung im Automobilsektor als auch einen langfristigen unternehmerischen Ansatz mitbringe.
Rheinmetall-Aktie: Drei Einheiten bleiben beim Konzern
Vom Verkauf ausgenommen sind drei Bereiche: Das Joint Venture KS Huayu AluTech verbleibt vorerst im Konzern, die Beteiligung an Dermalog SensorTec wird in die Rüstungssparte eingegliedert, und das spanische Werk Abadiano soll schrittweise auf militärische Fertigung umgestellt werden.
Der Verkauf markiert im Prinzip das Ende von Rheinmetalls jahrzehntelanger Doppelaufstellung als Automobil- und Rüstungszulieferer. Für Anleger bedeutet das eine klarere Investitionsthese: Wer die Rheinmetall-Aktie kauft, setzt künftig ausschließlich auf das Verteidigungsgeschäft – mit all seinen Wachstumschancen, aber auch mit der Abhängigkeit von Rüstungsbudgets und geopolitischen Entwicklungen.
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