Rheinmetall-Aktie: Einfacher Rechenfehler!

Rheinmetall verliert nach entgangenem F126-Auftrag massiv an Wert, Analysten sehen Übertreibung und verweisen auf Osteuropa-Chancen.

Auf einen Blick:
  • Aktie verliert über 18 Prozent
  • F126-Programm entgeht Rheinmetall
  • Analysten halten Kursrutsch für übertrieben
  • Großaufträge aus Osteuropa gewonnen

Rheinmetall ist sowohl aktuell als auch ganz allgemein einer der großen Verlierer an den Börsen. Die Aktie hat am Freitag weitere -1,56% Minus hinnehmen müssen. 931,25 Euro zeigt die Kurstafel noch an. Die Aktie hatte am Mittwoch bereits entscheidende 18,6 % verloren. Sie war zum ersten Mal seit sehr langer Zeit wieder unter die Marke von 1.000 Euro gerutscht. Damit hat sich die Aussicht deutlich getrübt. Die Chartanalysten haben hier schon vor Wochen davor gewarnt, dieser Schritt dürfte niemals folgen.

Rheinmetall nach der Aktivität der Bundesregierung

Hintergrund ist vor allem der Umstand, dass die Bundesregierung das F126-Programm offensichtlich doch nicht an die Rheinmetall-Tochter geben wird. Damit fällt diese Art von Fregattenbau aus. Rheinmetall hat hier sozusagen mit Zitronen gehandelt, als die NVL gekauft worden ist.

Analysten haben hier inzwischen die Reißleine unter den Enttäuschungen gezogen. Ein Beitrag zum Beispiel spricht davon, dass die Auswirkungen maßlos überschätzt werden. Der Nettogewinn werde hier nicht massiv einbrechen. So hat ein Analyst von Metzler Capital Markets errechnet, dass bis 2030 gut ein Zehntel der erwarteten Erlöse wegbrechen könne. Dies wiederum sei ggf. zur Hälfte vom F126-Auftrag abhängig gewesen. Der Vorsteuergewinn werde um rund 250 Millionen Euro zusammenbrechen, also 2,5 % des Konzern-EBIT von gut 10 Mrd. Euro, die für 2030 erwartet werden. Ob die Rechnung richtig ist? Umsatzerlöse, die wegbrechen, haben ggf. einen höheren impact auf das Ergebnis, da die Fixkosten bleiben. Sei es drum: Die Rechnung zeigt, dass die Märkte dennoch übertreiben könnten.

Allerdings gibt es auf der anderen Seite auch immer noch gute Nachrichten aus Osteuropa. So war jüngst ein Auftrag aus Rumänien über 5,7 Milliarden Euro gewonnen worden. Zudem wird jetzt offenbar in Polen ein Auftrag gewonnen. Das zeigt, dass die Düsseldorfer sich vor allem in Richtung Osten orientieren, offensichtlich auch, um die Ostflanke der NATO oder der NATO-verbundenen Staaten mit zu sichern. Hier warten angesichts der Weltlage noch ordentliche Potenziale.

Warum auch immer: Die Umsatzziele für das Unternehmen sind zumindest vom Unternehmen für das laufende Jahr noch nicht korrigiert worden. Insofern hat sich der gestrige Abschlag in Höhe von über 18 % als sehr grob erwiesen.

Rheinmetall Aktie Chart

Dennoch: Die Börsen haben hier anders als die Analysten offensichtlich die Nerven verloren. Analysten sind der Meinung, dass die Aktie deutlich mehr wert ist. Die Ziele jedenfalls sind aktuell noch immer sehr beeindruckend.

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