Am heutigen Tag könnte für Rheinmetall die Marke von 1.000 Euro fallen, lautet jetzt die Hoffnung. Wir sehen je nach Zeitpunkt ein Ergebnis von exakt 1.000 Euro oder bei 999 Euro. Das Plus von 1 % bringt die Aktie in die Nähe der magischen Grenze.
Am Ende sind dies nur charttechnische Überlegungen. Die Marke von 1.000 Euro ist eine runde Zahl und dürfte deshalb für entsprechende Aufmerksamkeit sorgen.
Insgesamt ist die Stimmung jedoch weiterhin nicht besonders gut, vor allem in der gesamten Branche. Das bedeutet auch: Selbst wenn die Marke von 1.000 Euro überschritten wird, dürfte die Rheinmetall-Aktie allein deshalb wahrscheinlich keinen nachhaltigen Durchmarsch nach oben schaffen. Noch ist kein stimmungstechnischer Durchbruch gelungen.
Stimmung ist für die Rheinmetall und die gesamte Rüstungsindustrie alles
Diese könnte sich erst dann nachhaltig drehen, wenn neue starke Impulse kommen. Solche sind bislang nicht zu erkennen. Sie könnten allerdings von den Quartalszahlen ausgehen, die am 6. August veröffentlicht werden. Die Erwartungen daran sind durchaus hoch. Bis dahin stellen die Märkte heute und wohl auch in den kommenden Tagen eher die die Frage, ob die Zusagen der NATO und der NATO-Staaten gegenüber der Rüstungsindustrie hinsichtlich neuer Aufträge dauerhaft Bestand haben werden. Die NATO-Ziele sind bekannt: Künftig sollen die Mitgliedstaaten jährlich 5 % ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben.
Allerdings haben Medien in einem „Leak“ aufgedeckt, dass der Bundeshaushalt 2027 für Deutschland zumindest eine Verschiebung bei den Aufträgen vorsieht. Dies geht zu Lasten von Landsystemen, also beispielsweise Panzern, für die ggf. weniger ausgegeben würde. Diese Verschiebung hat die Stimmung für Rheinmetall und Renk kurzfristig noch einmal verhagelt.
Tatsächlich dreht sich die Debatte am Markt nicht nur um neue Auftrags- und Produktionsmeldungen (wie jüngst die Produktion von ATACMS-Lenkwaffen in Deutschland durch eine Vereinbarung mit Lockheed Martin), sondern um mögliche Cash-Flow-Themen. Dabei war z. B. die operative Marge im 1. Quartal mit 11,6 % ausgewiesen worden. Die Rheinmetall erwartet für das gesamte Jahr 18 % bis 19 %. Dies lenkt den Blick von den Rekordauftragsbeständen auf die Frage, wie der notwendige Aufbau der Kapazitäten finanziert werden soll. Diese Diskussion ist noch nicht ganz beendet, auch wenn am Dienstag zunächst die Frage nach der 1.000-Euro-Hürde im Vordergrund steht.
Rheinmetall Aktie Chart
Die Analysten lassen sich davon allerdings nur wenig beeindrucken. Zwar wurden die Kursziele teilweise zurückgenommen, dennoch liegt das durchschnittliche Kursziel weiterhin bei rund 1.695 Euro. Damit sehen die Bankanalysten nach wie vor erhebliches Potenzial für die Rheinmetall-Aktie.
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