Rheinmetall-Aktie: Diese Kursziele sind klar!

Rheinmetall legte binnen fünf Tagen 16,6 Prozent zu; am 5. November folgt der Quartalsbericht.

Auf einen Blick:
  • Aktie gewinnt binnen fünf Tagen 16,6 Prozent
  • Durchschnittliches Analystenkursziel beträgt 1.570 Euro
  • Quartalszahlen erscheinen am 5. November
  • Spanische Munitionsproduktion wird ausgebaut

Liebe Leserinnen und Leser,

für Rheinmetall aus Düsseldorf sieht es vor der neuen Woche vergleichsweise interessant aus, vielleicht sogar gut. Die Notierungen sind endlich, wie auch bei anderen Rüstungswerten, am Ende der vergangenen Woche nach oben gelaufen.

Ergebnisse in der vergangenen Woche waren gut

Rheinmetall hat dabei je nach Börsenplatz einen Aufschlag in Höhe von 6,2 % geschafft. Zwischen 1.089,60 Euro und 1.090,20 Euro bewegt sich der Kurs der Aktie.

Rheinmetall hat damit einen entscheidenden Zwischenschritt geschafft. Die Aktie konnte die 100-Tage-Linie um 1,86 % überwinden. Das ist aus technischer Sicht insofern interessant, als damit endlich der technische Aufwärtstrend zumindest angedeutet wurde.

Zum längerfristig wirksamen GD200 fehlen noch 60,5 %. Insofern ist die Aktie langfristig betrachtet noch sehr weit vom Aufwärtstrend entfernt. Dennoch bleibt die Stimmung jetzt deutlich besser.

Auch der RSL 130, ein weiterer mittelfristiger Trendindikator, steht mit 0,973 quasi auf dem Wendepunkt. Bei einem Wert von 1 würde hier exakt der Seitwärtstrend angezeigt werden.

Das heißt, Rheinmetall ist zunächst einmal rein formal aus der größten Krise heraus. Das werden auch Charttechniker bestätigen. Sie sehen die Grenze von 1.000 Euro nunmehr wieder als wichtige Unterstützung. Zuvor war sie tagelang als hohe Hürde begriffen worden.

Krise zunächst einmal beendet

Rheinmetall hat sich in den vergangenen Tagen ohnehin deutlich nach oben geschoben. In den vergangenen fünf Tagen ging es um 16,6 % aufwärts, was ein sehr gutes Zeichen darstellt.

Ein gutes Zeichen ist gleichfalls mit Blick auf die vergangenen vier Wochen zu erkennen. Statistisch betrachtet konnte die Aktie 8,2 % aufsatteln. Damit ist sie klar im statistischen Aufwärtstrend. Ein richtiger Aufwärtstrend ist hier noch nicht zu sehen, wenn man eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erwartet, muss man einschränkend sagen.

Apple Aktie Chart

Das Bild, das sich seit Ende Juni ergibt, ist relativ klar. Die Aktie hatte damals nach dem Verlust eines Auftrags für F126-Fregatten einen erheblichen Einbruch erlebt. Die Aktie war damals bei circa 1.200 Euro gestartet und ist bis auf 926 Euro im Tief gefallen. Das war dann tatsächlich wieder der Punkt, an dem es nach oben ging.

Dann fiel Rheinmetall erneut im Juli und ist nunmehr im Oktober nach einer längeren Abwärtsphase seit Mitte August erneut in diese Sphäre vorgedrungen. Zum dritten Mal gelang ein Comeback über die Marke von 1.000 Euro.

Insofern ist zumindest aus Sicht der Trendanalysten der Fall noch nicht ganz klar. Im Sommer war das Papier beim damaligen Ausbruch zweimal über die Marke von 1.200 Euro gestiegen, war aber ungefähr bei 1.250 Euro jeweils wieder zu schwach, um den Trend nach oben zu bestätigen.

Das heißt, jetzt müsste die Aktie über diesen Punkt hinaus ausbrechen, um richtig Anlauf nach oben zu nehmen. Dann wäre der Weg zumindest aus charttechnischer Sicht sicherlich frei, um sogar bis auf 1.450 Euro zu steigen. Das jedenfalls gibt diese Art der Betrachtung wieder.

Wirtschaftliche Fähigkeiten bleiben hier maßgeblich

Entscheidend ist allerdings nicht die Trendstimmung, sondern natürlich am Ende die wirtschaftliche Fähigkeit des Unternehmens, die Investoren zu überzeugen. Die Rüstungsindustrie selbst hat in den vergangenen Tagen deutlich zugelegt. Jetzt geht es vor allem bei Rheinmetall auch darum, die zurückliegenden Aufträge und Projekte sowie Nachrichten in weiter steigende Kurse zu übersetzen.

Ganz konkret hatte das Unternehmen am 16. Oktober bekannt gegeben, dass die Munitionsproduktion in Spanien ausgeweitet wird. Dort investiert Rheinmetall den Berichten nach einen Betrag in Höhe von circa 20 Millionen Euro.

Hier wird Munition produziert. Insofern hoffen die Börsen offensichtlich, dass es dort aufwärts geht. Die Tochtergesellschaft Rheinmetall Expal Munitions nimmt im Oktober in Albacete eine neue Anlage in Betrieb, heißt es.

Der Standort wird in Zukunft pro Jahr dem Vernehmen nach 1,2 Millionen Geschosse und 1,8 Millionen Hülsen für Munition mit Kalibern zwischen 20 und 35 Millimetern produzieren. Dies sind quasi Vorprodukte für die Produktion und Weiterverarbeitung in anderen Konzernfabriken.

Auch die alten Geschäftsbereiche funktionieren

Das wiederum verdeutlicht auch den Umstand, dass Rheinmetall nicht nur im neueren Geschäft der Rüstungsindustrie unterwegs ist, wie beim Bau von Drohnen oder gar bei der Investition in Satelliten, wie die jüngsten Kooperationen gezeigt haben, sondern auch im Bereich der ganz klassischen Munition.

Wie weit sich Rheinmetall tatsächlich wirtschaftlich aufgestellt hat, wird dann am 5. November deutlich werden müssen. Dann wird das Ergebnis zum dritten Quartal vorgestellt. Rheinmetall selbst hatte nach dem verlorenen Auftrag im Sommer darauf verwiesen, dass die Effekte tatsächlich im Umsatz sichtbar seien.

Allerdings war die Umsatzschätzung im Laufe des Jahres nur um 300 Millionen Euro reduziert worden. Das heißt ganz konkret, man erwartet in diesem Jahr noch immer, dass das Unternehmen einen Umsatz zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro erwirtschaften wird.

Das Ergebnis des dritten Quartals sollte genau dies bestätigen. Wenn dies gelingt, dann wären die Jahresziele im Großen und Ganzen tatsächlich gut erreichbar.

Seit Jahresbeginn war eine nicht vorhandene Krise zu sehen

Das wiederum ist an den Börsen offensichtlich anders gespielt worden. Seit Jahresbeginn hat die Aktie immer noch ein Minus in Höhe von 31,95 % zu verkraften. Das bedeutet, dass ein Unternehmen, das seine Erwartungen erfüllt, an den Börsen mal eben ein Drittel verloren hat.

Dies wiederum nehmen wirtschaftlich orientierte Analysten sicherlich zum Anlass, ihre eigenen Modelle hier vorzustellen und Kursziele auszugeben, die bei Weitem noch nicht erreicht sind.

Das durchschnittliche Kursziel für Rheinmetall liegt immer noch bei 1.570 Euro. Das ist etwas niedriger als das, was vor Monaten noch geschätzt worden war. Allerdings hat die Aktie bis dahin noch fast 500 Euro Luft. Das bedeutet, dass über 44 % Kursgewinn zumindest bezogen auf die durchschnittlichen Kursziele bei Rheinmetall immer noch möglich sind.

Das Unternehmen ist also im Grunde genommen wirtschaftlich betrachtet sehr gut aufgestellt, während die Börsen lange Zeit nicht funktioniert haben. Die entscheidende Frage wird jetzt natürlich sein, ob das Unternehmen beziehungsweise die ganze Rüstungsindustrie jetzt die Kurve nach oben bekommt.

Branchenrotation hilft der Rheinmetall

Abhängig könnte dies von der Stimmung insgesamt rund um den Finanzmarkt und die bis dato führenden Branchen, zum Beispiel der KI, sein. Denn die KI-Industrie muss derzeit mit Branchenabflüssen leben. Das bedeutet, dass Rheinmetall wie auch andere Unternehmen aus der Rüstungsindustrie sich möglicherweise an den Börsen darauf freuen dürfen, dass etwas Kapital zufließt.

Hintergrund sind die steigenden Zinsen. Diese werden offenbar an den Märkten für die KI-Industrie als belastender wahrgenommen als für die Rüstungsindustrie. Steigende Zinsen zeigen sich unmittelbar quasi Tag für Tag, zum Beispiel in hohen Renditen für Staatsanleihen, unter anderem auch in den USA, wo es besonders heftig nach oben gegangen ist.

Steigende Zinsen zeigen sich allerdings auch in den Aktivitäten der Notenbanken, unter anderem der EZB. Diese wird im Laufe des Jahres sicherlich noch einmal die Zinsen erhöhen. Insofern war für die Rüstungsindustrie über lange Zeit zunächst einmal in zwei Punkten Unklarheit zu sehen.

Zum einen sind steigende Zinsen damit verbunden, dass die Finanzierungsfähigkeit der Rüstungsindustrie, wie auch bei Rheinmetall, insofern darunter leidet, als damit schlicht und ergreifend die Finanzierung teurer wird. Zum Zweiten musste man auch befürchten, dass Rheinmetall wie auch andere Rüstungsunternehmen damit rechnen müssen, dass die Staaten bei steigenden Zinsen weniger Aufträge vergeben können.

Diffuse Sorgen lösen sich langsam wieder auf

Diese etwas diffusen Sorgen, die sich in keiner Weise in konkreten Meldungen niederschlugen, haben tatsächlich die Stimmung verhagelt. Insofern ging es in diesem Jahr so massiv wie beschrieben nach unten.

Analysten haben immer wieder an ihren Kurszielen festgehalten, die nur leicht korrigiert worden waren. Jetzt besteht am 5. November tatsächlich die Gelegenheit, zu bestätigen, dass die wirtschaftliche Entwicklung wie geplant positiv ist und dass Rheinmetall auf dem richtigen Kurs ist.

Genau das würde sicherlich auch die hohen Kursziele der Analysten bestätigen. Passend dazu ist die Aktie in der vergangenen Woche mit einem Plus in Höhe von mehr als 16 % tatsächlich wieder nach oben eingeschwenkt.

Insofern wäre es zumindest nicht überraschend, wenn die Märkte jetzt bei Rheinmetall einen weiteren starken Anstieg realisieren würden.

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