Rheinmetall öffnet Teile seiner Softwarearchitektur für externe Entwickler und Partner. Der Rüstungskonzern veröffentlicht erstmals zentrale Schnittstellenspezifikationen seiner Battlesuite als Open Source auf GitHub. Den Anfang machen die sogenannte Onboard API und Tactical API.
Rheinmetall-Aktie: Battlesuite öffnet sich für andere Hersteller
Die Battlesuite bildet laut Rheinmetall die softwaretechnische Grundlage seiner Digitalisierungs- und Vernetzungsstrategie. Standardisierte Schnittstellen sollen es ermöglichen, unterschiedliche Plattformen, Sensoren, Effektoren und Führungsanwendungen miteinander zu verbinden.
Dabei verfolgt Rheinmetall ausdrücklich einen herstellerunabhängigen Ansatz. Die Battlesuite ist als nicht-proprietäre Plattform ausgelegt und kann unter anderem Sensoren, Kameras, Drohnen und andere Hardware miteinander vernetzen. Neben militärischen Anwendungen sieht Rheinmetall auch Einsatzmöglichkeiten beim Schutz kritischer Infrastruktur sowie im Zivil- und Katastrophenschutz.
Rheinmetall-Aktie: Partner können eigene Software vorbereiten
Mit der offenen „Interface Collection“ können Industriepartner, Forschungseinrichtungen und Kunden ihre eigenen Lösungen frühzeitig auf die Schnittstellen der Battlesuite ausrichten. Rheinmetall verspricht sich davon einen geringeren Integrationsaufwand und eine einfachere Entwicklung interoperabler Anwendungen.
Ervin Kolenovic, Leiter der Battlesuite bei Rheinmetalls Division Digital Systems, sieht darin einen Baustein für „Software-Defined Defence“. Die offenen Schnittstellen sollen unter anderem ermöglichen, Softwaremodule in unterschiedlichen Programmen wiederzuverwenden und bestehende Systeme flexibler weiterzuentwickeln. Dadurch sollen Entwicklungszeiten verkürzt und Integrationsrisiken reduziert werden.
Zur Einordnung: Strategisch ist der Schritt interessant, weil Rheinmetall damit nicht nur einzelne militärische Systeme verkaufen will. Mit der Battlesuite versucht der Konzern, eine gemeinsame digitale Plattform für unterschiedliche Systeme und Hersteller zu etablieren. Die Veröffentlichung zentraler Schnittstellen als Open Source könnte es externen Partnern erleichtern, eigene Lösungen frühzeitig mit dieser Architektur kompatibel zu machen und so das Ökosystem rund um Rheinmetalls Battlesuite zu verbreitern.
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