Rheinmetall-Aktie: Die Wahrheit!

Rheinmetall-Aktie verliert trotz gestiegener Gewinnmargen und vollem Auftragsbuch deutlich an Wert.

Auf einen Blick:
  • Aktie verliert über 25 Prozent seit Jahresstart
  • Umsatzverfehlung im ersten Quartal belastet
  • Gewinnmarge steigt von 10,5 auf 11,6 Prozent
  • Auftragsbestand erreicht Rekordwert von 73 Milliarden Euro

Für die Rheinmetall wird es langsm bitter. Gestern Abend sind die Düsseldorfer mit einem Abschlag in Höhe von -2 % über die Ziellinie gegangen. 1.176,40 Euro sind die Papiere gerade einmal wert gewesen. Seit Jahresanfang büßte der Titel bereits über 25 % ein. Der Rutsch in Richtung von 1.000 Euro, vor kurzem noch als übertriebene Crash-Annahme belächelt, hat oder hatte Fahrt aufgenommen. Zwei Lager stehen sich gegenüber:

Die Trend-Analysten werden darauf verweisen, dass in jeder erdenklichen Weise ein Abwärtstrend existiert, der zumindest dazu neigt, sich nicht in Luft aufzulösen. Hiernach könnten sich 1.000 Euro als wichtige Unterstützung erweisen müssen. Die wirtschaftlich orientierten Experten schlagen mehrheitlich die Hände über dem Kopf zusammen. Die Aktie notiert fast schon bei der Hälfte dessen, was Analysten im Konsens vermuten.

Rheinmetall: Es ist nicht mehr zu glauben

Anlass für einen wirtschaftlich begründeten Rutsch im Umfang von über 13 % innerhalb von fünf Tagen jedenfalls hat der Konzern tatsächlich nicht gegeben.

Rheinmetall Aktie Chart

Enttäuscht waren die Märkte darüber, dass die Düsseldorfer im ersten Quartal die Umsatzerwartungen nicht erfüllten. Dies werden sie nachholen, erklärten Konzern und Analysten weitgehend unisono. Verspätete Buchungen für das erste Quartal führten nicht dazu, dass die Rheinmetall ihre Umsatzziele für das Gesamtjahr korrigieren müsse, so die Rheinmetall.

Die Gewinnmargen stiegen wie geplant von 10,5 % auf 11,6 %, sodass sich auch an der Wirtschaftlichkeit des tatsächlich verbuchten Umsatzes nicht herumnörgeln lässt. Der einzige Makel, der aus wirtschaftlicher Sicht überhaupt Erklärungsmöglichkeiten liefert, ist die Cash-Situation der Rheinmetall (und anderer Rüstungsunternehmen). Zwischen den rekordvoll gefüllten Auftragsbüchern (hier mit 73 Mrd. Euro) und der Umsetzung der Aufträge stehen noch Investitionen in Kapazitäten. Man zweifelt eventuell an den Finanzierungsmöglichkeiten oder -konditionen.

Das Argument trägt jedoch nicht besonders weit, insofern die Aufträge aus sicherem Umfeld kommen: Staatskassen als Rechnungspartner sind in diesen Zeiten eine willkommene Absicherung gegen Finanzierungszweifel.

Wie man es auch dreht oder wendet: Zumindest aus der wirtschaftlichen Warte betrachtet wäre es überraschend, wenn die Rheinmetall nicht einfach maßlos übertrieben nach unten getrieben worden wäre.

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