Die Rheinmetall-Aktie musste am Freitagmorgen einen Rücksetzer von 0,4 % auf 1.210 Euro hinnehmen. Der Titel läuft damit weiter seitwärts, nachdem er Mitte Mai einen Ausbruchsversuch gestartet hatte. Auf 1-Monats-Sicht blieb mit -11,3 % ein zweistelliges Minus. Die Rheinmetall-Aktie notiert weiterhin deutlich entfernt von alten Rekordständen (Stand: 22.05.2026, 8:15 Uhr).
Rheinmetall-Aktie: Jefferies-Analystin kappt Kursziel
Interessant ist aktuell ein Blick auf die neuen Analystenkommentare. Denn während sich die Experten in den letzten Monaten mit Kurszielsenkungen eher zurückgehalten hatten, bekommt das bullische Bild nun mehr und mehr Risse.
Chloe Lemarie vom Investmentinstitut Jefferies senkte ihr Kursziel für die Rheinmetall-Aktie am Donnerstag von 2.220 auf 1.890 Euro. Damit blieb sie jedoch immer noch deutlich über dem aktuellen Kursstand. Auch ihre Kaufempfehlung behielt Lemarie bei.
Die Analystin begründete die Kurszielsenkung in einer Branchenanalyse damit, dass Bedenken hinsichtlich der Umsetzung strategischer Vorhaben bei Rüstungsunternehmen durchaus berechtigt seien – weshalb sie ihre Bewertungsmaßstäbe etwas zurückgeschraubt habe.
Rheinmetall-Aktie: Debatte um Zukunftspotenzial und moderne Kriegsführung
Dagegen hält sie die Debatte über die künftige Relevanz bestehender Produkte für klar übertrieben. Landverteidigungssysteme bleiben für Lemarie das bevorzugte Teilsegment innerhalb des Rüstungssektors.
Die Debatte dreht sich im Kern um die Frage, ob klassische Rüstungsgüter wie Artilleriemunition, Schützenpanzer und Fahrzeuge für die moderne Kriegsführung noch dieselbe Bedeutung haben werden – oder ob autonome Systeme, Drohnen und hochpräzise Lenkwaffen sie zunehmend ersetzen.
Kritiker argumentieren, Rheinmetall sei zu stark auf die Ausrüstung der heutigen Streitkräfte ausgerichtet und könnte den Wandel hin zu technologieintensiverer Kriegsführung verpassen Lemarie hält diese Sorge für überzogen, weil der Modernisierungsbedarf der NATO-Streitkräfte so groß sei, dass klassische Systeme noch für viele Jahre gefragt bleiben dürften.
Entscheidend für eine Aufhellung der Anlegerstimmung gegenüber Rheinmetall, dem australischen Rüstungskonzern CSG und dem deutschen Getriebespezialist Renk seien nun die kommenden Auftragseingänge, so die Expertin. Gesunkene Bewertungen in Kombination mit erwartetem starkem Ergebniswachstum bis 2030 sprächen nach Einschätzung von Lemarie für attraktive Einstiegsgelegenheiten.
Rheinmetall-Aktie: Kodak oder Netflix?
Zuvor hatte bereits Sven Weier von der UBS sein Kursziel für die Rheinmetall-Aktie gesenkt, von 2.220 auf 1.600 Euro. Der Analyst betonte die von Lemarie nun zurückgewiesenen Zweifel am Zukunftspotenzial der Rheinmetall-Produkte. Er stellte die Frage, ob der Konzern eher mehr wie Kodak oder wie Netflix sei.
Kodak hatte lange an der analogen Fotographie festgehalten, die aber längst durch digitale Technologien verdrängt wurde. Netflix wiederum hat sich vom alten Geschäftsmodell (DVD-Verleih) rechtzeitig gelöst und führt nun den Video-Streaming-Markt an. Weier sieht Rheinmetall irgendwo zwischen diesen beiden Extremen.
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