Ein neuer Auftrag aus Dänemark hat Rheinmetall am Dienstag in den Fokus der Anleger gerückt. Medienberichten zufolge sicherte sich der Düsseldorfer Rüstungskonzern einen zweistelligen Millionen-Euro-Auftrag aus dem skandinavischen Land, der in der Börsenberichterstattung als aktueller Kurstreiber gewertet wurde. Der Vorgang reiht sich in eine Serie europäischer Verteidigungsaufträge ein, die Rheinmetall in den vergangenen Monaten verbuchen konnte.
Kurskorrektur nach Rekordjahr
Die Aktie bleibt trotz solcher Einzelmeldungen unter Druck. Am Freitag schloss das Papier bei 1.156,40 Euro, ein Minus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vortag.
Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 26 Prozent zu Buche – nach dem massiven Kursanstieg der Vorjahre eine deutliche Korrektur, die vor allem mit der gesenkten Umsatzprognose zusammenhängt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.007,00 Euro, erreicht Anfang Oktober vergangenen Jahres, notiert die Aktie inzwischen 42 Prozent entfernt.
Hintergrund der Eintrübung ist eine Entscheidung aus Berlin: Nach der Absage des Fregattenprogramms F126 senkte die Bundesregierung laut Medienberichten die Umsatzprognose für Rheinmetall im laufenden Jahr um 300 Millionen Euro. Statt der zuvor avisierten 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro rechnet der Konzern nun mit Erlösen zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro.
Für ein Unternehmen, das seinen Wert maßgeblich aus staatlichen Rüstungsaufträgen bezieht, ist eine solche Programmabsage ein empfindlicher Dämpfer – selbst wenn neue Einzelaufträge wie der aus Dänemark das operative Geschäft stützen.
Analysten mit gegensätzlichen Signalen
Die jüngsten Einschätzungen der Analysehäuser zeichnen ein gespaltenes Bild. RBC nahm die Rheinmetall-Aktie am 11. August mit der Einstufung „Outperform“ und einem Kursziel von 1.600 Euro neu in die Bewertung auf – der höchste unter den aktuell genannten Werten. Jefferies zog am 14. August nach und hob das Kursziel von 1.300 auf 1.350 Euro an, die Einstufung „Buy“ blieb bestehen.
Gegenläufig positionierte sich mwb research bereits am 8. August: Die Analysten senkten ihre Einstufung von „Halten“ auf „Verkaufen“ und das Kursziel von 1.150 auf 1.050 Euro – eine der skeptischsten Stimmen im aktuellen Analystenfeld. Die Spanne der Kursziele zwischen rund 1.050 und 1.600 Euro spiegelt die Unsicherheit wider, wie stark die gekappte Umsatzprognose das langfristige Wachstumsbild belastet.
Was der Auftrag für Anleger bedeutet
Der dänische Auftrag allein dürfte die Diskussion um die gesenkte Jahresprognose nicht auflösen. Er zeigt aber, dass die europäische Nachfrage nach Rüstungsgütern trotz einzelner Programmrückschläge wie der F126-Absage intakt bleibt.
Für Anleger bleibt damit die zentrale Frage, ob neue Aufträge aus Ländern wie Dänemark die Lücke füllen können, die der Wegfall des Fregattenprogramms hinterlassen hat. Die weit auseinanderliegenden Kursziele der Analysehäuser deuten darauf hin, dass diese Frage am Markt noch nicht einheitlich beantwortet ist.
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