Unaufhaltsam scheint der relative Absturz der Düsseldorfer Rheinmetall zu sein. Auch zum Beginn der neuen Woche ging es um rund -4 % abwärts. 1.153 Euro stehen derzeit auf den Kurszetteln.
Rheinmetall hat damit sowohl aus charttechnischer Sicht als auch aus Sicht der technischen Analysten einen sehr klaren Abwärtstrend erreicht. Es fehlen immer noch mindestens 27 %, um die 200-Tage-Linie wieder zu erreichen. Das sehen technische Analysten als klares Indiz dafür, dass die Aktie einen Trend nach unten erwischt hat.
Insofern sind alle skeptischen Stimmen in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder bestätigt worden, während zuversichtliche Analysten Kursziele von durchschnittlich 1.889 Euro formuliert haben. Hier streiten sich also die Gelehrten.
Wer hat hier am Ende Recht?
Zum einen wird immer wieder darauf verwiesen, wie hoch der Auftragsbestand von Rheinmetall mit über 70 Milliarden Euro ist. Er entspricht derzeit dem Fünffachen eines vermuteten Jahresumsatzes und wird weiterhin in den Auftragsbüchern gehalten. Insofern sollte Rheinmetall wirtschaftlich vergleichsweise gut abgesichert sein.
Auf der anderen Seite verweisen die Skeptiker immer wieder darauf, dass Rheinmetall noch Kapazitäten aufbauen müsste, um diese Aufträge tatsächlich abarbeiten oder künftige Aufträge und Wachstumserwartungen erfüllen zu können.
Rheinmetall selbst sieht sich allerdings den Erklärungen der vergangenen Monate nach offenbar in der Lage, die Umsätze noch einmal deutlich weiter nach oben zu schrauben. Man kann davon ausgehen, dass die Umsätze bis zum Jahr 2030 auf zwischen 40 und 45 Milliarden Euro klettern. Aktuell werden es im laufenden Jahr rund 14 Milliarden Euro sein.
Die Unterschiede zwischen der langfristigen Entwicklung und der kurzfristigen Beurteilung durch die Börsen sind derart gravierend, dass sie schon Thema fast jeder Auseinandersetzung sind. Trader sind offensichtlich derzeit nicht geneigt, Rheinmetall, Renk oder anderen Unternehmen Kapital zuzuweisen.
Rheinmetall Aktie Chart
Wirtschaftlich orientierte Analysten sehen das ersichtlich so viel anders, dass sie Kursziele propagieren, die deutlich über 50 % höher liegen als die Bewertungen der Aktienmärkte.
Aktuell drehen sich die Diskussionen bei Rheinmetall um ein Gemeinschaftsprojekt mit Frankreich. Es geht um ein Panzerprojekt mit dem Namen MGCS. Hier scheint die Finanzierung fraglich zu sein.
Auch dies nehmen die Börsen einmal mehr zum Anlass, die Notierungen kurzfristig zu belasten, während Analysten sich dazu zumindest den öffentlich fehlenden Äußerungen nach in keiner Weise melden.
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