Rheinmetall-Aktie: Bei den Kurszielen unbeirrt!

Die Rheinmetall-Aktie brach nach einer Prognosekürzung zweistellig ein. Die Analysten bleiben zuversichtlich – hatten sich aber bereits früher in ihren Prognosen getäuscht.

Auf einen Blick:
  • Rheinmetall korrigierte die Umsatzprognose für 2026
  • Die Rüstungsaktie brach daraufhin zweistellig ein
  • Die Analysten bleiben bei optimistischen Prognosen
  • Das muss nichts heißen, sie lagen oft genug daneben

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Schock war groß: Nach einer Kürzung der Umsatzprognose für das Jahr 2026 brach die Aktie von Rheinmetall ab Donnerstag zweistellig ein. Zeitweilig waren die Papiere des Rüstungskonzerns im Xetra-Handel am Freitagmorgen nur noch 810 Euro wert, so wenig wie seit Februar 2025 nicht mehr. Will heißen: Wer immer in den letzten gut eineinhalb Jahren Aktien von Rheinmetall gekauft haben sollte, hat (zumindest auf dem Papier) mit seinem Investment Verlust gemacht. Wer auf die Einschätzungen von Analysten gehört hatte, wurde kalt erwischt. Doch auch jetzt bleiben sie unbeirrt.

Jeffries-Analystin von Rheinmetall-Kürzung „überrascht“

Als am Mittwoch vorab die ersten Informationen über die Prognosesenkung durchgesickert waren, meldeten sich gleich zwei Häuser – und gaben weiterhin optimistische Ziele aus. Das Analysehaus Jefferies habe Rheinmetall „nach vorläufigen Quartalszahlen und einer Prognosesenkung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 1350 Euro belassen“, hieß es am Abend auf finanzen.net. Warum, blieb rätselhaft.

Das Ausmaß der Kürzung bei den Jahreszielen des Rüstungskonzerns überrasche, konstatierte Analystin Chloe Lemarie in ihrer am Mittwoch vorliegenden Einschätzung nämlich. Den Kurssturz hat sie dennoch genauso wenig vorhergesehen wie ein Kollege.

Weiter hohes Kursziel von RBC für Rheinmetall

Es war Colin Moody von der kanadische Bank RBC, der sich noch mehr vertan hatte: Er beließ die Rheinmetall-Aktie auf „Outperform“ mit einem fairen Wert von 1600 Euro. Die gekürzten Jahresziele des Rüstungskonzerns lägen beim Ergebnis (Ebita) nun 8 Prozent unter der Konsensschätzung, schrieb er zwar vorab. Dies sei „negativ für die Anlegerstimmung, angesichts des gut 50-prozentigen Bewertungsabschlags zur Branche aber womöglich schon eingepreist“, glaubte er.

  • Wie man sich täuschen kann – die Anleger ließen die Aktie wenig später fallen wie die sprichwörtliche heiße Kartoffel
  • Colin Moody indes gehe weiter davon aus, dass Rheinmetall von der Wiederaufrüstung in Europa profitieren wird, hieß es

JP Morgan kürzte Prognose auf 1150 Euro

Etwas vorsichtiger zeigte sich derweil David Perry von der US-Bank JP Morgan nach der nachbörslichen Gewinnwarnung: Die Aktien von Rheinmetall könnten am Donnerstag um rund 10 Prozent abtauchen, prophezeite er laut Medienberichten am Mittwochabend – und hat die Lage ebenso unterschätzt. Bis zu 18 Prozent verloren die Papiere zwischenzeitlich. Obwohl Perry zugleich sein Kursziel von 1350 auf 1150 Euro gesenkt hatte, ist der Rüstungstitel inzwischen weit von seiner Zielvorgabe weit entfernt.

Dass er den fairen Wert reduziert hatte, begründete der Analyst mit der immerhin fünften Umsatz- oder Gewinnwarnung binnen elf Monaten. Zudem seien die langfristigen Umsatzaussichten bei Rheinmetall für einige Heeres-Produkte „zunehmend unklar“. Obendrein hegt Perry demnach zunehmend Zweifel an den Zielen für die zahlreichen Gemeinschaftsunternehmen, die seit Oktober 2024 avisiert wurden. Die Strategie sei nicht falsch, die bisherigen Ziele seien aber wohl unrealistisch, so Perry

  • Er hielt vor dem Kapitalmarkttag am 27. November am Stempel „Negative Catalyst Watch“ für Rheinmetall-Aktien fest
  • Die Düsseldorfer müssten dann wohl auch ihre Ziele für 2030 korrigieren – „vermutlich sogar deutlich“, schrieb er

Die meisten würden Rheinmetall kaufen

Insgesamt halten die Analysten die Reaktion der Märkte allerdings für übertrieben. Laut marketsscreener.com beließ Bernstein Research die Rheinmetall-Aktie nach dem Quartalsbericht auf „Outperform“ – Ziel weiterhin 1200 Euro. Die amerikanische Citigroup behält ebenfalls ihr Buy-Rating bei und senkte die Prognose nur leicht von 1408 auf 1374 Euro.

Ist also endgültig der Zeitpunkt gekommen, beim Düsseldorfer Konzern einzusteigen? Sagen wir so: Derzeit liegt das durchschnittliche Kursziel für die Aktie zwar bei 1.552 Euro, was einen enormen Zugewinn verspricht. Allerdings hatten sich die selbst ernannten Experten auch in der Vergangenheit oft genug getäuscht: Im Januar 2026 lag das durchschnittliche Kursziel noch bei mehr als 2.000 Euro.  Die britische Investmentbank Barclays hatte ihres damals gar von 2060 auf 2175 Euro angehoben. Tja.

Stand heute, 06. November: Rheinmetall – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Rheinmetall investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 06. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Rheinmetall: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)