Auf den Schock folgt die Konsolidierung: Die Aktie von Rheinmetall war am Donnerstag erstmals seit Juli wieder unter die Marke von 1.000 Euro gefallen, hat sich seitdem aber stabilisiert. Für die Papiere des Rüstungsunternehmens werden auf Xetra aktuell 1.019 Euro aufgerufen. Das kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Rheinmetall-Aktie seit dem 17. August (und einem Kurs von 1.234 Euro) noch immer fast 18 Prozent an Wert eingebüßt hat. Der jüngste Kursknick hat zweifellos auch mit einem negativen Analystenkommentar zu tun – wenngleich der US-Vertreter die Nennung eines Kurszieles scheute.
JP Morgan sieht Rheinmetall kritisch
JP Morgan habe Rheinmetall „den Stempel ‚Negative Catalyst Watch‘ aufgedrückt“, meldeten Medien am Donnerstag übereinstimmend. Die fundamentale Einstufung bleibe „Neutral“, wie aus einem umfangreichen Ausblick der US-Bank auf die kommende Berichtssaison sowie Kapitalmarktveranstaltungen der europäischen Unternehmen hervorgehe. Beim Rüstungskonzern und Autozulieferer erwartet Analyst David Perry, dass sich der Umsatzausblick in Richtung eines höheren Anteils „neuer“ Produkte wie Raketen, digitaler Systeme und Drohnen zulasten „alter“ Produkte wie Munition und bemannter Landfahrzeuge verschieben wird.
Dies könnte wegen der sehr hohen Margen einiger der traditionellen Produkte und vornehmlich Gemeinschaftsunternehmen bei den neuen unter dem Strich zu niedrigeren Konzernergebnissen bei Rheinmetall führen, so Perry.
- Was das für die mittelfristige Kursentwicklung bedeuten könnte, sagte er nicht
- Auf die Nennung eines Kursziels für die Aktie jedenfalls verzichtete er aktuell
Mit jüngstem Rheinmetall-Kursziel lag er daneben
Mitte August war das noch anders. Damals hatte Perry nach Zahlen die Einstufung für Rheinmetall mit einem Kursziel von 1.350 Euro auf „Neutral“ belassen. Ausgehend von seinerzeit rund 1.200 Euro hatte er somit noch etwas Luft nach oben gesehen – und lag bislang daneben. Möglicherweise ein Grund dafür, dass der Analyst die wilde Rumraterei im Moment lieber anderen überlässt – Goldman Sachs zum Beispiel.
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