Rheinmetall-Aktie: Ansage mit Knalleffekt!

Eine Greenpeace-Analyse belegt die militärische Überlegenheit Europas gegenüber Russland und kritisiert die aktuelle Aufrüstungspolitik.

Auf einen Blick:
  • Rheinmetall-Aktie zeigt sich zunächst kaum verändert
  • Greenpeace-Studie belegt europäische Nato-Stärke
  • Europa ist Russland militärisch deutlich überlegen
  • Experten fordern mehr staatliche Kontrolle bei Rüstung

Die Rheinmetall-Aktie lief am Mittwochmorgen zunächst seitwärts und konnte nur um 0,23 % auf 1.239 Euro zulegen. Die 1-Monats-Performance blieb somit negativ (Stand: 27.05.2026, 8:30 Uhr).

Rheinmetall-Aktie: Greenpeace betont Nato-Stärke auch ohne USA

Derweil sorgt eine neue Studie der Umweltorganisation Greenpeace für Aufsehen. Darin vergleichen der Friedensforscher Herbert Wulf und Greenpeace-Experte Alexander Lurz die militärischen Kräfteverhältnis zwischen Russland und den europäischen Nato-Staaten sowie Kanada.

Das Ergebnis: Europa ist Russland in nahezu allen wesentlichen Kategorien überlegen – selbst ohne die USA. Bei Kampfflugzeugen steht einem europäisch-kanadischen Bestand von 2.215 Maschinen ein russischer von 1.064 gegenüber. Bei Kriegsschiffen beträgt das Verhältnis 143 zu 34, bei Artillerie etwa 3:1.

Auch bei den Militärausgaben zeigt sich das Ungleichgewicht deutlich: Die europäischen Nato-Staaten und Kanada investierten 2025 zusammen rund 626 Milliarden Dollar – Russland dagegen rund 190 Milliarden Dollar.

Rheinmetall-Aktie: Rüstungs-Boom sei durch Furcht geprägt

Die Studienautoren sehen in den Zahlen offenbar ein Argument gegen die aktuell laufende Aufrüstung in Europa, von der unter anderem der deutsche Konzern Rheinmetall profitiert.

„Ein akutes Gefühl der Bedrohung und Furcht prägt die sicherheitspolitischen Debatten und hat eine massive Aufrüstungsbereitschaft ausgelöst, obwohl die Nato Russland militärisch deutlich überlegen ist“, so Alexander Lurz.

Rheinmetall-Aktie: Kleinstaaterei bei Rüstungsprojekten – mehr staatliche Kontrolle gefordert

Der Greenpeace-Experte kritisiert unter anderem „teure Doppelstrukturen und nationale Egoismen“. „Die EU-Länder achten penibel darauf, dass die heimische Industrie profitiert.“ Dies verschwende „immense Ressourcen“.

Lurz, der vor seiner Tätigkeit bei der NGO Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag war, fordert zudem eine stärkere staatliche Kontrolle im Rüstungssektor. Gegenüber dem Nachrichtenportal „Euractiv“ betonte er, dass ein solcher Schritt „größere Flexibilität in europäischen Gemeinschaftsprojekten“ biete. Dadurch ließen sich „störende Manöver einzelner Unternehmen in gemeinsamen Projekten“ von Anfang an verhindern.

Konkrete Beispiele für das Scheitern europäischer Kooperation gibt es laut „Euractiv“ reichlich. Das deutsch-französische Nachfolgeprojekt für den Kampfpanzer Leopard wird die ursprünglich angestrebte Einsatzreife bis 2040 aller Voraussicht nach verfehlen – Frankreich sucht bereits nach Übergangslösungen für seine alternde Panzerflotte, während Rheinmetall parallel ein ähnliches Vorhaben mit Italien vorantreibt.

Beim gemeinsamen Kampfflugzeugprogramm von Deutschland, Frankreich und Spanien blockieren industriepolitische Machtkämpfe zwischen Paris und Berlin seit Jahren den Fortschritt – trotz milliardenschwerer Zusagen aller Beteiligten.

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