Die Rheinmetall-Aktie ist wieder unter die Marke von 1.000 Euro gerutscht. Am Freitag schloss sie bei 982,40 Euro und verlor 0,77 %. Innerhalb einer Woche beträgt das Minus 2,91 %, im laufenden Monat 11,56 %. Seit Jahresbeginn hat der Titel inzwischen 37,07 % verloren. Nach dem erneuten Rückschlag wird damit auch die Frage lauter, wie weit die Korrektur noch reichen kann. Selbst Kurse unter 800 Euro werden inzwischen diskutiert.
800 Euro wären ein unfassbares Problem
Immerhin: Rheinmetall will allein die Jahresproduktion von 155-Millimeter-Geschossen bis 2030 auf rund 1,5 Millionen Stück erhöhen. Neue Werke, Produktionslinien und technische Anlagen müssen dafür finanziert und aufgebaut werden. Steigende Zinsen werden aber gerade für kapitalintensive Industrie- und Technologieunternehmen zum Problem, weil sich solche Investitionen verteuern.
Bei Rheinmetall kommt die Sorge hinzu, ob der geplante Kapazitätsaufbau schnell genug gelingt und größere Versäumnisse vermieden werden können. Ein Auftragsbestand von mehr als 80 Milliarden Euro sichert zwar viel Geschäft, die Bestellungen müssen aber auch produziert und ausgeliefert werden. Je stärker die Nachfrage wächst, desto wichtiger wird deshalb die Fähigkeit, Werke, Personal und Lieferketten im erforderlichen Tempo auszubauen.
Eine zusätzliche Grenze setzt die Rohstoffversorgung. Für die geplanten Munitionsmengen benötigt Rheinmetall unter anderem Antimon. Das Spezialmetall wird verwendet, um Bleilegierungen für Munition zu härten, und kommt außerdem in Sensorik und Flammschutzmitteln zum Einsatz. China kontrolliert einen großen Teil der weltweiten Lieferkette und hat seine Ausfuhren stärker reguliert. Rheinmetall baut deshalb Sicherheitsbestände auf und behandelt Antimon als strategischen Risikofaktor.
Gerade beim Rohstoff lässt sich das Angebot nicht im gleichen Tempo erhöhen wie die Fertigung. Neue Produktionslinien können innerhalb weniger Monate entstehen, die Erschließung zusätzlicher Rohstoffvorkommen dauert dagegen häufig viele Jahre. Das Pentagon unterstützt deshalb in den USA Projekte für eine eigene Antimonversorgung, darunter das Stibnite-Projekt von Perpetua Resources. In Bosnien und Herzegowina hat Yugo Metals bei Bohrproben neben Gold und Kupfer ebenfalls Antimon nachgewiesen.
Am Ende aber bleiben die Analysten dennoch aktuell sehr zuversichtlich!
Berenberg bestätigte die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 1.600 Euro. Insgesamt kommen die Analysten im Durchschnitt auf 1.641,29 Euro.
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