Rheinmetall-Aktie: Am Ende!?

Die Rheinmetall-Aktie notiert deutlich unter den Analystenzielen, während Banken weiterhin von einer Unterbewertung und robusten Auftragslage überzeugt sind.

Auf einen Blick:
  • Aktie notiert mit über 35 Prozent Abstand zu Kurszielen
  • Barclays und JP Morgan bestätigen positive Einstufungen
  • Neue Konkurrenz durch Börsengang von KNDS erwartet
  • Unternehmen sichert Modernisierungsauftrag in Italien

Liebe Leserinnen und Leser,

das alte Thema der Rüstungswerte ist wieder einmal aktuell. Erneut haben die Notierungen gestern einen erheblichen Abschlag produziert, u.a. auch bei der Rheinmetall. Denn die hat sogar einen sehr hohen Abschlag produziert, wie die Zahlen deutlich genug anzeigen. Denn: -2,86 % stehen auf den Börsentafeln von gestern Abend.

1561,50 Euro ist die Aktie aus dieser Sicht für den heutigen Tag als Startwert noch wert. Die Börsen haben sich bei ihren abschlägigen Kursen aktuell nicht an die weiterhin sehr hohen Schätzungen von Analysten gehalten.

Auf der einen Seite hat gerade am gestrigen Tag Barclays als Research-Haus tatsächlich das Kursziel für die Rheinmetall gesenkt. Allerdings benannte die Aktie die Bank für die Düsseldorfer immer noch ein Kursziel von 2125 Euro. Zuvor hatte die Barclays einen Kurs in Höhe von 2175 Euro als Ziel ausgerufen. Die Einstufung lautet immer noch overweight, die Aktie kann also aus Sicht der Bank übergewichtet werden. Offensichtlich ist die Bank immer noch ausgesprochen zuversichtlich. Ein wesentliches Argument sei hier benannt.

Rheinmetall im Vergleich nach Meinung der Bank einfach zu günstig

Die Aktie von Rheinmetall würde aktuell mit einem Abschlag von über 20 % im Sektor-Vergleich gehandelt, heißt es. D.h., Rheinmetall wäre anders als viele Konkurrenten bewertet und hätte dabei einen erheblichen Rückstand.

Rheinmetall Aktie Chart

Dies sei, so heißt es aus der Bank, eine übertriebene Korrektur angesichts der „Wachstumspotenzials im Vergleich zur breiteren Branche“, heißt es wortwörtlich. Das sind Aussagen, die sicherlich durchaus auch zu anderen Analysten passen, die sind in etwa derselben Auffassung.

Denn immer noch sind die meisten Analysten sehr viel zuversichtlicher als das, was der Markt derzeit präsentiert.

Die Analysten zeigen sich für die Aktie ausgesprochen zuversichtlich

Vor zwei Tagen hatte JP Morgan das Unternehmen immer noch auf overweight belassen. Das Ziel wurde auf 2130 Euro gesetzt. Auch das ist immer noch sehr viel höher als das, was die Aktie im Moment auf den Markt bringt. Berenberg hat die positiven Stimmungen bestätigt.

Die Aktie wurde auf „buy“ gesetzt beziehungsweise belassen. Das Ziel benannte die Bank bei 2100 Euro. Und auch MWB hat auf der einen Seite die Prognosen für das Unternehmen gesenkt. Auf der anderen Seite ist immerhin das hier sehr niedrige Kursziel mit 1700 Euro immer noch höher als das, was der Markt derzeit an Kursideen realisiert.

Die Begründung von MWB Research ist aber in diesem Zusammenhang aktuell sehr wichtig. Denn hier herrscht mehr Skepsis vor als bei anderen Analysten. Die Ergebnisse für das vierte Quartal, so heißt es in der Studie, waren aufgrund des Fehlens eines konsistenten Markt-Konsens schwer zu bewerten. Allerdings, so setzt die Bank ihre Studie fort, wären der Auftragseingang und Auftragsbestand robust geblieben.

Aufträge sind aus Sicht einer Bank in Ordnung

Beide Faktoren hätten die langfristige Wachstumssichtbarkeit gestützt.

Letztlich sind die wichtigen Analysten insgesamt im Durchschnitt der Meinung, die Aktie sei 2102 Euro wert. Damit sind die Kursziele etwas gesunken. Der Abstand des aktuellen Kurses zu diesem Kurs beläuft sich immer noch 35,6 %.

Insofern steht die Aktie auch an diesem Freitag immer noch mit relativ großem Abschlag gegenüber dem, was Experten sagen, auf dem Börsen-Parkett. Am Donnerstag wiederum schien die Aktie belastet, zunächst einmal durch die allgemeine Stimmung am Markt.

Immerhin hat der DAX insgesamt 2,8 % nachgegeben. Die großen amerikanischen Indizes wie der Dow Jones zum Beispiel haben zwar wesentlich weniger verloren, aber in Europa ist die Skepsis im Aktienmarkt durchgebrochen. Dies scheint auch auf die Rüstungswerte durchgeschlagen zu haben.

Vor allem Rheinmetall hat wie beschrieben deutlich nachgegeben. Allerdings gab es möglicherweise auch einen unternehmensspezifischen Grund.

KNDS als neue Konkurrenz für die Rheinmetall

Die Konkurrenz von KNDS, die gleichzeitig Kooperationspartner für Rheinmetall ist, möchte einen Börsengang realisieren. Dieser Börsengang wird im laufenden Jahr erwartet.

Insofern wächst hier möglicherweise tatsächlich ein echter Konkurrent um die Entwicklung von Panzern heran. Das zusätzliche Kapital könne, so KNDS, entweder für Innovation oder für neue Kapazitäten oder auch eine neue Positionierung des Unternehmens genutzt werden.

KNDS sei, so heißt es, vor allem an der Vernetzung der Waffen und Produktgattungen wie zum Beispiel Panzer und Haubitzen interessiert, nicht aber an Waffensystemen in der Luft oder auf der See. Insofern ist die Konkurrenz aus Sicht der Rheinmetall zumindest eingeschränkt.

Am Ende ist die KNDS zumindest ein Konkurrent, den die Börse offenbar am heutigen Tag wegen der angekündigten späteren Börsenaufnahme quasi mit bewertet worden und hat somit die Rheinmetall belastet. Auf der anderen Seite hat die Rheinmetall wie zuletzt immer wieder geschehen eine positive Nachricht am Markt etabliert.

So hat das Unternehmen eine Absichtserklärung zur Modernisierung der MATS Panzerabwehrminen vom italienischen Heer unterschrieben. Dieses Geschäft soll schon in den kommenden zwölf Monaten beginnen. Es handelt sich offensichtlich um ein etwas voluminöseres Geschäft. Unabhängig davon gab es in den vergangenen Tagen auch andere interessanten Meldungen, die durchaus von der wirtschaftlichen Stärke des Unternehmens berichten.

So hat die Rheinmetall nun auch zum Thema europäischen Mörser der nächsten Generation sozusagen etwas zu sagen. Das Unternehmen hat die Fähigkeiten offenbar erfolgreich präsentiert. Die Live Demonstration hatte sich in Norwegen abgespielt. Die Demonstration soll dem Vernehmen nach vor allem auch dahingehend ausgerichtet worden sein, dass es um die strategische Autonomie ganz Europas ginge und dies ein Baustein sein könne.

Damit adressiert Rheinmetall einen Wunsch, der ohnehin in der EU jetzt für diesen Sommer möglicherweise materialisiert wird. Die EU möchte ein Programm vorlegen, mit dem sich die überstaatliche Organisation weiterhin noch autarker präsentieren würde. Die EU hat offenbar Sorge, innerhalb der NATO nicht hinreichend hohe Sicherheit für die eigene Widerstandsfähigkeit zu erhalten.

Insofern wird die EU noch einmal Geld in die Hand nehmen oder in die Hand nehmen lassen, um zu investieren. Rheinmetall wird sicherlich dabei sein, wenn es dann um die neuen noch verstärkten Aufträge geht.

Es sei noch einmal dran erinnert, dass die Analysten hier sehr zuversichtlich sind. Allein der Markt hängt noch zurück. Alle wichtigen Trendindikatoren wie der so genannte GD 100 und der GD 200 sind derzeit noch nicht überwunden. Was nicht ist, kann noch werden, meinen sicherlich auch die technischen Analysten. Insofern wird die Aktie derzeit aus der Sicht der meisten Beobachter, die sich professionell mit solchen Entwicklungen befassen, wohl auch unterschätzt.

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