Rheinmetall-Aktie: Alles wird anders!

Rheinmetall verkauft Autosparte und fokussiert sich vollständig auf Verteidigung. Analysten sehen trotz Kursrutsch hohes Potenzial.

Auf einen Blick:
  • Verkauf der kriselnden Automotive-Sparte
  • Komplette Konzentration auf Rüstungsgeschäft
  • Umsatzprognose von bis zu 45 Milliarden Euro
  • Analysten sehen Kurspotenzial von über 57 Prozent

Liebe Leserinnen und Leser,

die Aktie der Düsseldorfer Rheinmetall ist auch am Donnerstag nicht richtig vorangekommen. Die Notierungen waren mit einem kleinen Minus von circa 0,02 bis 0,8 %, je nach Börsenplatz, sicherlich nicht massiv unter Druck geraten. Allerdings ist die Aktie mit 1.1029,20 Euro weiterhin sehr schwach bewertet.

Der Abstand zu den jeweiligen Trendindikatoren wie dem GD100 oder dem GD200 ist massiv und mit mehr als 300 Euro auch jeweils bei über 25 % als klarstmögliches Indiz für einen Abwärtstrend zu sehen. Die Notierungen sind derzeit aus Sicht der reinen Chartanalyse tendenziell noch immer in Richtung von 1.000 Euro unterwegs. Das ist nicht zu leugnen, in der reinen Tendenz jedenfalls.

Rheinmetall liefert immer wieder

Neue Nachrichten wurden am Donnerstag nicht bekannt. Allerdings war am Tag zuvor eine wichtige Weichenstellung vorgenommen beziehungsweise bekannt gegeben worden. Das Unternehmen hat die kriselnde Automotive-Sparte verkauft. 350 Millionen Euro wurden erlöst, wobei die Summe selbst nur einen Tropfen auf den heißen Stein darstellt.

Dies ist nicht der spektakuläre Teil der Nachricht. Spektakulär daran ist, dass Rheinmetall sich damit endgültig dem reinen Rüstungsgeschäft verschrieben hat. Das Unternehmen ist jetzt annähernd zu 100 % in der Verteidigungsindustrie tätig. Die sogenannten zivilen Aktivitäten, wie es auch in einem Agenturbericht heißt, waren als Wachstumsbremse für Rheinmetall identifiziert worden.

Insofern ist es wenig verwunderlich, dass es auch weiter sichtbare Zeichen für die Änderungen im Geschäftskonstrukt von Rheinmetall gibt. Es gibt ein Kfz-Werk in Neuss, das nicht verkauft wird. Dort allerdings werden in Zukunft vor allem Satelliten sowie weitere Rüstungsgüter produziert. Kfz-Bauteile werden dort in keiner Weise mehr hergestellt.

Des Weiteren wird auch in Spanien ein früheres Kfz-Werk entsprechend umgebaut, was den Output betrifft.

Rheinmetall-CEO Armin Papperger hat das Ganze zusammengefasst: „Wir konzentrieren uns auf das margenstarke Geschäft mit den militärischen Kunden, wo wir hervorragende Wachstumschancen haben.“

Rheinmetall: Verteidigung und Rüstung sind alles!

Das allerdings ist wohl noch etwas wohlwollend formuliert. Tatsächlich verdient Rheinmetall im Rüstungsgeschäft schlicht deutlich mehr Geld, weil die sogenannten Kunden, von denen hier etwas lax die Rede ist. Staaten oder überstaatliche Organisationen sind die tatsächlichen Auftraggeber, die an einem fast monopolartig organisierten Markt für verschiedene, kaum miteinander vergleichbare Produkte wie etwa Panzer oder Satelliten ganz spezifischer Bauarten zumindest teilweise andere Kalkulationen als klassische Kunden an Märkten anstellen.

Hier werden normalerweise andere Berechnungsverfahren angewandt, die eher die angegebenen Kosten berücksichtigen. Das ermöglicht es Unternehmen wie Rheinmetall, andere Margen zu produzieren.

Lange Rede, kurzer Sinn: Rheinmetall hat nunmehr die deutlich solventeren Kunden, und die wollen auch weiter aufrüsten. Die EU hatte vor einiger Zeit bekannt gegeben, dass sie noch für den Sommer ein eigenes Aufrüstungsprogramm planen und vorlegen möchte. Davon war in den vergangenen Wochen weniger die Rede.

Iran und Co. spielen an sich der Aufrüstungsidee sogar in die Hände

Angesichts der aktuellen politischen Ereignisse rund um den Iran kann man allerdings davon ausgehen, dass die Turbulenzen sowie die Absicht der USA, sich in den kommenden Jahren etwas aus ihren Aufgaben innerhalb der NATO zurückzuziehen, dazu führen werden, dass die EU hier autarker werden möchte.

Auch in Deutschland wird stärker aufgerüstet. In anderen Ländern wie Rumänien sind entsprechende Pläne gleichfalls schon lange umgesetzt. Aus Rumänien wiederum hatte Rheinmetall den größten Auslandsauftrag der Unternehmensgeschichte erhalten. Es ging um einen Betrag von mehr als 5,5 Milliarden Euro, unter anderem für Panzer.

Das alles zeigt, dass Rheinmetall sicherlich sehr interessante Kunden – wie das Unternehmen selbst gesagt hat – an der Hand hat und sich mit einiger Perspektive auf diese Aufgabe stützen wird.

Die Schätzungen für die Rheinmetall bleiben gewaltig

Schon vor etwa zwei Jahren hatte Rheinmetall kundgetan, dass sich der damalige Umsatz bis zum Jahr 2030 vervielfachen werde. Man kann davon ausgehen, dass ausgehend vom aktuellen Umsatz von etwa 14 Milliarden Euro im laufenden Jahr der Umsatz im Jahr 2030 bei 40 bis 45 Milliarden Euro liegen wird.

Rheinmetall erzielt zweistellige Margen, sodass auch die Gewinne steigen. Auch hier gilt, dass Rheinmetall sicherlich ein sehr attraktives Geschäftsfeld vor Augen hat, das zudem wenig krisenanfällig sein dürfte.

Rheinmetall Aktie Chart

Das alles interessiert die Märkte derzeit ganz offensichtlich nicht. Der Abwärtstrend ist formal absolut intakt. Es gab sogar Befürchtungen, die Aktie könnte in Richtung von 1.000 Euro sinken, wie auch oben angedeutet.

Wirtschaftlich orientierte Analysten bleiben allerdings auch jetzt ihren Zielen weitgehend treu. Die Kursziele sind im Durchschnitt etwas gesenkt worden, allerdings zeigen die verschiedenen Studien immer noch ein durchschnittliches Kursziel von 1.889,38 Euro. Das heißt, die Aktie verfügt immer noch über ein Potenzial von mehr als 57 % gegenüber dem aktuellen Kurs.

Rheinmetall ist für wirtschaftlich orientierte Analysten also weiterhin eine herausragend gute Aktie, unabhängig davon, dass das Papier derzeit charttechnisch deutlich unter Druck geraten ist. Nur ist derzeit die Frage, wie weit die Geduld noch reicht.

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 05. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)