Rheinmetall-Aktie: Der Albtraum 1.000!

Rheinmetall verliert binnen einer Woche 7,55 Prozent, während steigende Anleiherenditen die Finanzierung von Rüstungsaufträgen infrage stellen.

Auf einen Blick:
  • Rheinmetall verliert 3,73 Prozent
  • Wochenminus erreicht 7,55 Prozent
  • Auftragsbestand übersteigt 80 Milliarden Euro
  • Entscheidung über 45 Milliarden Euro im Dezember

Rheinmetall ist am Mittwoch um 3,73 % auf 1.012,60 Euro gefallen. Damit hat sich der Abwärtstrend noch einmal verschärft. Rund 12,6 % trennen den Titel inzwischen vom GD100, zum GD200 beträgt der Abstand bereits etwa 27 %. Innerhalb einer Woche summieren sich die Verluste auf 7,55 %.

Das Papier befindet sich damit in einer erstaunlich schwachen Phase, mit der in diesem Ausmaß kaum zu rechnen war. Die Notierung geriet zuletzt fast aus dem Nichts erneut unter Druck. Rheinmetall selbst hat jüngst kaum Anlass für einen weiteren Ausverkauf geliefert. Vielmehr ist eine Schwäche der gesamten Rüstungsbranche zu beobachten.

Finanzierungskosten wegen Anleiherenditen

Als ein Grund gilt die Diskussion über Finanzierungskosten und Lieferketten. Die Renditen langlaufender Staatsanleihen steigen derzeit kräftig. In den USA werfen 30-jährige Staatspapiere inzwischen mehr als 5,2 % ab. Am Markt wird daraus abgeleitet, dass höhere Zinsausgaben den finanziellen Spielraum der Staaten einschränken und damit auch weniger Mittel für Rüstungsaufträge zur Verfügung stehen könnten.

Der hohe Ölpreis verstärkt diese Sorgen. Bleibt Energie teuer, könnte der Inflationsdruck länger anhalten und das Zinsniveau hoch bleiben. Höhere Finanzierungskosten würden auch die Refinanzierung von Unternehmen wie Rheinmetall verteuern. Die Diskussion betrifft daher derzeit weite Teile der Branche.

Unternehmensspezifisch gibt es dagegen kaum neue schwache Nachrichten. Die Auftragsvolumina sind weiterhin hoch. Zum zweiten Quartal meldete Rheinmetall einen Auftragsbestand von mehr als 80 Milliarden Euro.

Weitere Großaufträge sind möglich. Bei einem Projekt der Bundesregierung steht ein Volumen von rund 45 Milliarden Euro im Raum, an dem Rheinmetall beteiligt werden könnte. Eine Entscheidung soll allerdings erst im Dezember fallen.

Rheinmetall Aktie Chart

Analysten sehen den jüngsten Kursrückgang ebenfalls deutlich gelassener. Ihre Bewertungen liegen weiterhin erheblich über dem aktuellen Kurs von 1.012,60 Euro.

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