Liebe Leserinnen und Leser,
eine sehr schwache Woche beendete Rheinmetall am Freitag. Das Papier ist erneut enttäuschend nach unten gelaufen. 3,1 % Verlust standen am Ende an den Börsentafeln. Der Kurs wies einen Stand von 1.197,8 Euro auf und erreichte damit nicht einmal mehr die zuvor als wichtig erachtete Marke von 1.200 Euro. Die Aktie kommt schlicht nicht voran.
Rheinmetall: Das war besonders ernüchternd!
Rheinmetall Aktie Chart
Dabei sind die Nachrichten, die das Unternehmen selbst am Markt platzieren kann, durchaus ermutigend. So hat Rheinmetall zuletzt zum Beispiel eine Kooperation mit OHB begründet. Die beiden Unternehmen haben ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das sich um die Satellitenkommunikation der Bundeswehr kümmern wird.
Der Zusammenschluss könnte durchaus interessant werden, denn die Bundeswehr selbst hat kundgetan, dass sie im Weltraum mehr für die Verteidigung investieren möchte. Insofern hat Rheinmetall dort, wie auch schon in den vergangenen Monaten mit seinen Aktivitäten, ein neues Geschäftsfeld weiter vorangetrieben. Schon vor einigen Monaten wurde bekannt, dass die Bundesregierung einen höheren Betrag in die Weltraumverteidigung investieren möchte.
Sie gab bekannt, so jedenfalls war ein Sprecher platziert worden, dass sie bis zu 35 Mrd. Euro in diesem Segment investieren wolle. Das ist ein Geschäftsfeld, das sich die Rheinmetall nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet sicherlich kaum entgehen lassen kann.
Rheinmetall: Wirtschaftlich ist jedenfalls Vieles im Lot
Generell bleibt die Stimmung rund um Rheinmetall, bezogen auf die Projektierung und die Kooperation mit anderen Unternehmen, weiterhin positiv. Zuletzt war ein Auftrag aus Rumänien akquiriert worden, der den höchsten Auslandsauftrag überhaupt darstellte. 5,4 Mrd. Euro war das Paket schwer, das immerhin für einige Aufmerksamkeit sorgte. Indes: Das Milliardengeschäft ist an den Börsen nur ganz kurz für Kurssteigerungen genutzt worden, bis die Akteure am Markt die Gewinne wieder schnell vom Tisch nahmen.
Zuletzt war auch bekannt geworden, dass die Bundeswehr im Rahmen von schon vereinbarten Aufträgen die entsprechenden Kontingente abrief. 2.000 Militär-LKW etwa sollen geliefert werden. 1,01 Mrd. Euro war dieser Auftrag schwer, womit die Düsseldorfer sicher den berühmten dicken Fisch an Land gezogen haben.
Auch Munition soll weiterhin geliefert werden, hier für eine bestimmte Waffengattung.
Es gibt fast keine Woche, in der nicht die Rheinmetall mit neuen Projekten oder Kooperationen bzw. Kooperationspartnern glänzt. Dies wiederum sehen die Beobachter und die Analysten auch in den jeweiligen Umsatzschätzungen für das laufende Jahr. Dabei avisieren die Märkte aktuell einen Gesamtumsatz im Umfang von ungefähr 14,2 Mrd. Euro für dieses Jahr.
Rheinmetall: Wenn der Umsatz einfach mal um rund 40 % klettert!
Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat die Rheinmetall damit einen Umsatzanstieg in Höhe von mehr als 40 % vor sich. Die Zahlen zum 1. Quartal hatten dies noch nicht unbedingt belegt. Da gab es ein Umsatz-Gap, das an den Märkten mit entsprechenden Kursrückgängen auch bestraft worden ist.
Vor wenigen Tagen nun hat die Rheinmetall auch dieses letzte Störfeuer beenden können. Die Umsätze, die im 1. Quartal nicht verbucht worden waren, sollten nun im 2. Quartal tatsächlich schon eingefahren worden sein. Es gibt mithin keinen Zweifel daran, dass die Rheinmetall die Umsatzziele auch erreichen wird. Die Börsen haben mit den Kursrückgängen eine Vorlage geschaffen, die sie aber bis dato noch nicht wieder abgeräumt haben.
Dennoch: Die Nettoergebnisse sollen mit den Umsätzen nicht nur linear steigen. Vielmehr erwarten die Experten, dass die Nettogewinnmargen sich noch etwas erhöhen. Dies wäre dann die zweite Säule dafür, dass die Nettogewinne sich für die Rheinmetall insgesamt im laufenden Jahr deutlich nach oben schießen. An all diesen Nachrichten durch die und für die Rheinmetall kann es gegenwärtig keinen Zweifel geben. Insofern sind die Kursverluste der zurückliegenden Wochen und Monate überraschend gewesen.
Analysten können die Marktstimmung offenbar noch immer nicht akzeptieren
Analysten sind weiterhin der Meinung, dass die Aktie sehr viel mehr wert sei als aktuell. Das durchschnittliche Kursziel liegt unverändert bei fast 1.900 Euro. Dies wäre ein Aufschlag um ca. 700 Euro und auf Basis der aktuellen Bewertung ein Aufschlag um mehr als 50 %. Die Kursziele sind in den vergangenen Wochen und Monaten nur marginal zurückgenommen worden. Die Börsen haben dabei die Zuversicht am Markt für die Kursentwicklung durch Analysten nicht geteilt.
Die Aktie befindet sich zwar in einem technischen und charttechnischen Abwärtstrend, allerdings breitet sich unter den wirtschaftlich orientierten Beobachtern zunehmend Unverständnis darüber aus, wie rigide die Börsen hier schlicht auf die Stimmungsindikationen reagieren. Der Abstand zur durchaus viel beachteten 200-Tage-Linie beläuft sich gegenwärtig auf immerhin rund 400 Euro. Also ist auch hier noch ein Anstieg von über 25 % vonnöten, um die Trend-Indikation für die Rheinmetall wieder nach oben zu drehen. Die 100-Tage-Linie ist noch nicht ganz so weit entfernt. Dabei allerdings sind die Börsen offensichtlich bei weitem noch nicht der Meinung, dass die Notierungen sich dem Aufwärtstrendwechsel schnell anschließen werden. Kurz: Der Trend ist in jeder Art und Weise einfach viel zu schwach. Das ist zwar nur die Ansicht von Trend- und Chartanalysten, bleibt an den Börsen jedoch recht offensichtlich die herrschende Sichtweise. Die Rheinmetall ist wie viele andere Unternehmen der Rüstungsbranche nicht so schnell aus dem Stimmungsloch zu befreien.
So streiten sich derzeit die beiden Schulen: Die wirtschaftlich orientierten Analysten mit ihren hohen Kurszielen und die Trend-Investoren. die sehen keinen Anlass, am gegenwärtigen Befund eines doch um sich greifenden Abwärtstrends auch nur im Ansatz zu zweifeln.
Nun aber wird es in der neuen Woche doch noch einmal überraschend spannend. Im Iran-Krieg steht nach den Worten von Donald Trump die Friedenslösung quasi vor der Tür. Die Aktie der Rheinmetall ebenso wie andere Unternehmen aus derselben Branche werden also stimmungstechnisch einen enormen Impuls erfahren. In welche Richtung es dabei gehen wird, ist nach dem Studium der Aktenlage am Wochenende noch offen. Skeptiker sehen Kursmärsche in Richtung von 1.000 Euro. Die wirtschaftlich orientierten Analysten erwarten wie oben beschrieben sehr viel höhere Kursziele.
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