Rheinmetall Aktie: 7,28-Millionen-Auftrag vom US Marine Corps

Symbolbild, KI-generiert

Rheinmetall gewinnt weitere US-Verträge, während der Aktienkurs nachgibt. Im November stehen Produktmix, Margen und Prognose im Fokus.

Auf einen Blick:
  • US-Auftrag über zwölf autonome Fahrzeuge
  • Weitere Komponentenverträge für US-Streitkräfte
  • Aktie 2,1 Prozent schwächer
  • Kapitalmarkttag im November geplant

Während die Rheinmetall-Aktie unter Druck steht, meldet der Konzern in dieser Woche gleich mehrere neue Rüstungsaufträge. Am Donnerstag ging bei Rheinmetall ein Auftrag der Defense Logistics Agency für das US Marine Corps ein: Zwölf autonome Bodenfahrzeuge vom Typ Mission-Master sollen geliefert werden, das Volumen beziffert der Auftraggeber auf 7,28 Millionen US-Dollar. Es ist der jüngste in einer Reihe kleinerer, aber strategisch relevanter Aufträge aus den USA und Kanada.

Bereits Anfang September hatte American Rheinmetall von Kongsberg Defence and Aerospace den Zuschlag für MCT-30-Turret-Komponenten im Rahmen des ACV-30-Programms der US Marines erhalten – der Auftragswert wurde nicht beziffert. Rheinmetall Canada wiederum sicherte sich einen Auftrag der US Navy über Ersatzkomponenten für mobile Startgeräte des Typs MSU-200NAV, im einstelligen Millionenbereich, mit Auslieferung zwischen Ende 2026 und Ende 2028.

Auftragsflut trifft auf Kursschwäche

Die Häufung dieser Meldungen fällt in eine Phase, in der die Aktie spürbar unter Druck steht. Der Kurs schloss am Freitag bei 993,00 Euro, ein Minus von 2,1 Prozent an diesem Handelstag. Damit bleibt das Papier klar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1.093,75 Euro, was die kurzfristige Schwäche des Titels unterstreicht.

Für Anleger ergibt sich daraus ein auffälliger Kontrast: Operativ liefert Rheinmetall weiter Auftragserfolge, während die Aktie technisch angeschlagen wirkt. Die einzelnen US-Aufträge sind für sich genommen finanziell überschaubar – sie bewegen sich im niedrigen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

Ihre Bedeutung liegt eher darin, dass sie die fortgesetzte Verankerung des Konzerns im US-Verteidigungsgeschäft belegen, insbesondere über die Landgesellschaft American Rheinmetall und die kanadische Tochter.

Belastungsfaktoren bleiben im Blick

Der Kursrückgang der vergangenen Wochen speist sich aus mehreren Quellen. Am vergangenen Donnerstag hatte JPMorgan Rheinmetall auf die „Negative Catalyst Watch“ gesetzt, verbunden mit der Sorge, der Konzern verschiebe seinen Umsatzmix zugunsten margenschwächerer neuer Geschäftsfelder wie Drohnen, Raketen und autonome Waffentechnik – zulasten der bislang margenstarken Kernprodukte Munition und bemannte Landfahrzeuge. Seither hat sich der Kurs weiter abgeschwächt.

Hinzu kommt politische Unsicherheit in Deutschland: Medienberichten zufolge fürchten Marktteilnehmer, die anhaltende Stärke der AfD könnte die Fortsetzung der seit der Ukraine-Invasion 2022 verfolgten Zeitenwende-Verteidigungsausgaben gefährden.

Bereits im Juni hatte der Stopp des F126-Fregattenprojekts – der Auftrag ging an TKMS statt an die Rheinmetall-Tochter NVL – den Konzern gezwungen, seine Umsatzprognose für 2026 um 300 Millionen Euro auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro zu senken.

Für die weitere Einordnung dürfte der Kapitalmarkttag im November entscheidend sein, auf dem Rheinmetall Fragen zur Produktmix-Verschiebung und zu Margenperspektiven beantworten will. Auch die Quartalszahlen zum dritten Quartal, die für den 5. November erwartet werden, dürften zeigen, ob sich die operative Marge von zuletzt 17,1 Prozent im zweiten Quartal fortsetzt – trotz der Belastungen aus dem gestrichenen Fregattenauftrag.

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