Rheinmetall baut künftig ein modulares Militärcamp in Litauen auf. Der Konzern erhielt von der Bundeswehr den Zuschlag als Generalunternehmer für den Auftrag im Volumen von 250 Millionen Euro. Das Camp soll bis zu 2.000 Soldaten unterbringen und ab August 2027 in Betrieb gehen.
Erster Abruf aus mehrjährigem Rahmenprogramm
Der Auftrag ist der erste Abruf im Rahmen des Programms G-CAP II SU zur stationären Unterbringung von Truppen. Damit erschließt sich Rheinmetall ein weiteres Geschäftsfeld abseits der klassischen Wehrtechnik: den Betrieb militärischer Infrastruktur.
Über das Facility Management für das Camp erwartet der Konzern einen laufenden Jahresumsatz von 40 Millionen Euro – eine Größenordnung, die zeigt, dass es sich um ein mehrjähriges Servicegeschäft handelt und nicht um ein einmaliges Bauprojekt.
Der Standort Litauen ist dabei kein Zufall. Das Baltikum gilt als exponierte Ost-Flanke der NATO, an der westliche Streitkräfte ihre Präsenz seit Jahren ausbauen. Rheinmetall positioniert sich mit dem Auftrag als Anbieter, der neben Fahrzeugen und Munition auch komplette Infrastrukturlösungen für stationierte Truppen liefern kann.
Kurs bleibt trotz Neuigkeit unter Druck
An der Börse konnte die Meldung den mittelfristigen Abwärtstrend der Aktie bislang nicht aufhalten. Rheinmetall schloss am Dienstag bei 1.119,80 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 5,1 Prozent zu Buche – ein Zeichen dafür, dass einzelne Auftragsmeldungen das übergeordnete Sentiment derzeit kaum drehen können.
Seit dem 52-Wochen-Hoch von Anfang Oktober bei 2.007,00 Euro hat sich der Kurs mehr als halbiert. Anleger bewerten die fortlaufenden Bundeswehr-Aufträge zwar als operativ solide, doch die zuvor extrem hohe Bewertung der Rüstungsbranche wird derzeit sichtbar zurückgestutzt.
Neues Standbein im Servicegeschäft
Für Rheinmetall bedeutet der Litauen-Auftrag dennoch eine strategische Ergänzung. Neben Wehrtechnik-Lieferungen etabliert sich der Konzern zunehmend als Betreiber militärischer Infrastruktur – ein Geschäftsfeld mit wiederkehrenden Erlösen, das weniger von einzelnen Großbestellungen abhängt als das klassische Rüstungsgeschäft.
Die kommenden Jahre werden zeigen, ob aus dem G-CAP-II-Programm weitere Abrufe folgen und ob sich daraus ein verlässlicher Umsatzstrom neben dem Kerngeschäft entwickelt.
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