Ein Umsatzsprung von mehr als 80 Prozent im US-Rechenzentrumsgeschäft – solche Werte erklären, warum Rexel seine Jahresprognose nur wenige Monate nach der letzten Anhebung erneut nach oben korrigiert. Der französische Elektrogroßhändler profitiert von einem branchenweiten Investitionsschub in Rechenzentren, Energiewende-Technik und Industrieautomation.
Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Nettogewinn um 30,8 Prozent auf 342,1 Millionen Euro. Der Umsatz wuchs um 2,2 Prozent auf 9,99 Milliarden Euro, die bereinigte EBITA-Marge verbesserte sich deutlich auf 6,2 Prozent.
Rechenzentren als Wachstumsmotor
In den Vereinigten Staaten summierte sich das Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft im ersten Halbjahr auf mehr als 80 Prozent. Rexel hob sein Wachstumsziel für dieses Segment auf über 50 Prozent an – deutlich mehr als ursprünglich geplant. Rechenzentrumsprojekte machen inzwischen rund ein Viertel des nordamerikanischen Auftragsbestands aus.
Der US-Auftragsbestand erreichte zum Quartalsende 2,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorquartal. In Kanada überschritt der Bestand erstmals die Marke von 1 Milliarde kanadischen Dollar, getragen von einem großen Rechenzentrumsprojekt der erst im April übernommenen Techno-Contact 360.
Auf Basis dieser Dynamik hob Rexel seine Jahresprognose an: Das Wachstum der vergleichbaren Tagesumsätze soll 2026 bei rund 5 Prozent liegen, nach zuvor 3 bis 5 Prozent. Die bereinigte EBITA-Marge soll nun mindestens statt wie bisher rund 6,2 Prozent erreichen.
Parallel zu den Zahlen baut Rexel sein Board aus. Armando Martínez, bis 2025 Chef des spanischen Energiekonzerns Iberdrola, wurde als Beobachter ins Gremium berufen – mit Blick auf eine mögliche Nominierung zur Hauptversammlung 2027. Seine langjährige Erfahrung in der US-Energiebranche passt zum wachsenden Rechenzentrumsgeschäft des Konzerns.
An der Pariser Börse schloss die Aktie zuletzt bei 37,13 Euro, ein Rückgang von 1,33 Prozent. Trotz der frischen Prognoseanhebung dämpft das Management die Erwartungen fürs zweite Halbjahr: Produktmixeffekte, höhere Betriebskosten und auslaufende Effekte aus früheren Aktionsplänen könnten die übliche saisonale Margenentwicklung bremsen.
Der mittelfristige „Axelerate 28″-Plan bleibt davon unberührt: Rexel peilt weiterhin eine EBITA-Marge von mehr als 7 Prozent an.
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